Er rückte näher zu ihr heran. Beugte sich vor, redete schnell, vertraulich. Die bebänderte Lackschuhspitze seines linken Fußes wippte dabei nervös über dem Perserteppich auf und nieder.

„Der Cherub mit dem flammenden Schwert! Voilà! Schon in Moskau! Ich soll weiter leiden! Ich kann nun einmal nicht schlafen! So wünscht es Ihr Fräulein Schwester!“

„Was bilden Sie sich da nur ein? Was sollte denn meine Schwester Inge gegen Sie haben? Sie kennt Sie doch jedenfalls kaum!“

Nicolai Schjelting sah sie fest aus seinen ernsten grauen Augen an. Jetzt erschien ihr der Leidenszug um die Mundwinkel plötzlich echt.

„Ja — warum sind die Menschen so böse gegeneinander, gnädige Frau? Das frage ich mich auch oft! Soyons amis, Cinna! Aber wir vergessen’s! Sagen Sie: Ist denn Ihr Fräulein Schwester immer bei Ihrem Vater?“

Hannah Higgins lachte.

„Ja. Wenigstens, bis sie endlich mal heiratet!“

„Ach so — ich verstehe: sie ist verlobt?“

„Nicht, daß ich wüßte!“