„Eine beschwerliche Fahrt! Oder gar Ritt!“
„Enfin, c’est le métier! Es lohnt die Mühe. Noch vor dem Fest des Heiligen Alexander Newski werden wir große Dinge sehen!“
„Und schon morgen wollen Sie reisen?“
Nicolai Schjelting beugte sich zu dem sieben Fuß langen, regenbogenfarbenen Minister ihm gegenüber vor.
„Wie denn, Exzellenz? Habe ich Zeit? Die Zeit drängt! Ich muß den Balkan durchfliegen! Ich eile von Belgrad nach Konstantinopel! Wo etwa noch zögernde Intelligenzen sind, müssen wir sie in letzter Stunde mit den Richtlinien der russischen Politik vertraut machen!“
Er dachte sich dabei: So viel Rubel wie diesmal reisten noch nie mit mir! „Wir müssen mit allen Hilfskräften des slawischen Genius die klare Analyse des Balkanproblems verbreiten!“ Und er dachte sich wieder: Schlimmsten Falls schicke ich ein paar von den Zähesten nach Rom, damit sie sich von dem faulen Westen bestechen lassen. In der französischen Botschaft giebt’s Geld wie Heu! „Ich werde Serbien von dem verwandten Brudervolk grüßen! Es braucht jetzt den Heldenmut der Cernagora!“
„Belgrad ist jetzt der Sturmbock der slawischen Welt!“
„Serbien ist nicht groß!“ murmelte wieder der Staatsrat mit den glühenden Augen und der furchtbaren Narbe eines Türkensäbels von der Schläfe bis zum Hals. Nicolai Schjelting hob feierlich die Hand.
„Hinter Serbien steht ein Größerer... Dessen Namen zu nennen mir die Ehrfurcht verbietet. Er wird Serbien nicht verlassen. Je vous le jure!“