Ungarisch war eine der wenigen Sprachen, die Nicolai Schjelting nicht beherrschte. So verstand er es nicht, daß neben ihm am Ausgang ein reisender Magyare zu seinem Landsmann sagte: „In Kragujewatz im Staatsarsenal haben sie die Bombe für Serajewo gefüllt. Sie wußten Alle darum, die Schufte!“ Professor Korsakoff fuhr fort:
„Die Erbitterung gegen Österreich ist groß. Ein Teil der Schwaben verbringt die Nächte schon in der Gesandtschaft!“
„Gut so! Zeigt ihnen die breite slawische Brust!“
„Und eine bessere Nachricht. Soeben aus Petersburg. Rasputin ist durch Dolchstiche auf den Tod verwundet.“
„Ah — Pascholl! Dieser Muschik hat uns lange genug geärgert!“
Rasputin, der in ganz Rußland bekannte Wunderpope, der Ratgeber des Zaren, der Freund des Friedens und der Frauen. Fort mit ihm! Mit Allen! Der Panslawist drehte sich nervös eine neue Papyros. Er hatte wieder gelbe Fingerspitzen und schwarze Nägel. Schjelting dachte sich: Ein Tier! Er sagte halblaut durch das Rasseln des Wagens:
„Es giebt jetzt eine Schwarze Liste von Totgeweihten in Petersburg, Wladimir Timoféitsch! Ein Kreuz hinter jedem Namen. Man staunt, welche Namen da stehen!“
„Ich sah die Liste!“
„Nun: Gott wird helfen!“