Korsakoff, der Panslawist, war draußen in der Neustadt bei einem befreundeten Popen abgestiegen. Den ganzen Nachmittag gingen da die südslawischen Agitatoren ein und aus, raschelten die Banknotenbündel in Schjeltings Händen, erzählte Vater Dimitrij vom Kloster Ostrog von seinen Erlebnissen in Istrien, den Kämpfen der kaisertreuen Küstenkroaten mit den Italianissimi der Adria.
„Unser Dampfschiff war weiß gestrichen! Großer Gott — nach dem dritten, vierten Hafen hatte es schwarze Streifen von oben bis unten... Sie begreifen doch! Auch auf dem Deck bekam man Tintenflecke!“...
„Wie denn Tinte?“
„Nun — man hatte alle Tintenflaschen in den örtlichen Magazinen gekauft und warf sie über die Köpfe der Soldaten am Landungssteg weg auf das Schiff! Es gab Handgemenge zwischen Morlaken und Welschen...“
Nicolai Schjelting lachte.
„Bald wird die Weltgeschichte nicht mehr mit Tinte, sondern mit Blut geschrieben werden,“ sagte er, während er mit dem Moskauer Hochschullehrer seinem Hotel zuschritt. Dann durchfuhr ihn wieder jäh die Erinnerung: „Entsinnen Sie sich, wann wir zuletzt zusammen waren, Wladimir Timoféitsch?“
„Vor der Butterwoche. In Moskau.“
„In Moskau. Im Petrowski Dwor. Wir tranken auf den Kreuzzug gegen die Deutschen!“
„Rußland wartet!“
„Hinter uns saß ein alter Deutscher!“