„Nun, Maître Nicolas — ich gehe! Ich habe jetzt mehr zu tun! Nur, um dies zu ordnen, kam ich in Eile auf ein paar Stunden nach Brüssel. Sehen Sie meinen Schwiegervater...?“

„Er sucht mich fast täglich in dieser Angelegenheit hier auf!“

„Dann bestellen Sie ihm, daß ich...“

Da öffnete sich die Türe und Herr Lambert trat ein. Groß, breitschulterig, blond, ein Rembrandt-Deutscher mit feiner, rosiger Haut und grau-goldenem, krausem Vollbart. Er hatte Schjeltings Stimme gehört. Er wollte ihm, vor dem Dritten, Aug’ in Auge als schroffer Schwiegervater gegenübertreten. Aber da sprudelte es schon von dort auf ihn hernieder, in nervösem Hin und Her durch das Zimmer, mit verächtlich zurückgeworfenem Kopf, mit einer wegwerfenden Armbewegung durch die Luft...

„Nun, wie denn, Monsieur Lambert? Wie ist es doch mit diesem Windhund da?... Gottlob entfiel mir sein Name!... Das ist schlechter Geschmack! Mag sie wählen, wen sie will. Man heiratet. Aber man kompromittiert sich nicht vorher! Nicht sich und nicht Andere. Bitte bestellen Sie das Madame! Ich wiederhole: Es ist schlechter Geschmack. Es zeugt von unkultivierter Erziehung!“ Plötzlich wandte er sich zu dem Anwalt und sagte lässig und vertraulich: „Aber was wollen Sie? Woher sollte sie es haben? Diese Kaufleute kommen ja alle von unten herauf! Bei uns in Moskau können Sie oft nicht lesen und schreiben!“

„Ah — das ist ein wenig stark!“ Monsieur Lambert und der Advokat Nicolas tauschten einen Blick: da sieh: der Moskowiter!... Die Maske fällt...

„Ich bin ein russischer Edelmann! Ich könnte Adelsmarschall von Twer sein, wenn ich wollte! Ich fordere Ehrfurcht vor meinem Namen, so lange Ihre Tochter ihn noch trägt!“

„So? Und was Sie in Wiesbaden treiben...“

„Nichts, Du alter Vogel!“ sagte Nicolai Schjelting. Er verfiel, mit einem brutalen Lächeln, in das breite, hier der französischen Sprache ungewohnte, russische Du. „Du hast es nötig, mich zu verdächtigen, mich, der, bei meinem Ehrenwort, nichts in Wiesbaden tat, als einen alten Teufel von Deutschen wegen seiner Leiden zu befragen! Hingegen hier... Monsieur Lambert.... Wie ist es denn mit Ihrer Fahrt zur Pariser Börse an jedem Dienstag und Freitag? Geht es dieser niedlichen Madame Turlet noch gut, in ihrem Nest an der Ecke der Rue Soufflot und des Boulevard St. Michel? Man sagt, Sie hätten es entzückend möbliert!“