„Ah bah: Ich kenne sie. Ich habe mit ihnen Schulter an Schulter gefochten. In der Krim. Damals war ich achtzehn... Jetzt bin ich achtundsiebzig!“

„Ihr weißes Haar in Ehren! Aber was beweist das?“

„Daß sie seit zwei Menschenaltern keinen großen Krieg mehr geführt haben — das beweist es! Parbleu — Sie waren früher anders! Aber sie sind faul geworden, auf ihren Inseln, blutscheu, Jobber, vom Herzog ab! Sie wollen nur noch Geld verdienen!“

„Und eben darum müssen sie sich schlagen!“ sagte Schjelting lächelnd. „Warum fassen Sie meine Hände?“

„Lassen Sie das wahr sein... England an unserer Seite ... es wäre ... dies Frankreich, das wie ein Phönix aus der Asche steigt ... oh Gott ... mein altes Soldatenblut ... mir klopft das Herz... Ich möchte selber noch der Trommel folgen!... pah ... umso grausamer nachher die Enttäuschung! Wenden wir uns mit einem Seufzer ab! Es wird ja doch nichts mit Englands Hilfe. Wie oft haben wir es schon gehofft. Noch vor drei Jahren, bei Agadir... Doch Englands Geschütze blieben stumm!“

„Good morning! How do you do?“

Sir William Higgins, M. P., stand hinten im Reiseanzug auf der Schwelle. Er sah gesund und wohl aus. Sein glattrasiertes, faltiges Gesicht zeigte trotz der kalten Augen um die Mundwinkel ein humoristisches Zucken von guter Laune. Ein nervenloser, angelsächsischer Frohsinn, der auf der Stelle die erregten Seelen auf dem Festland beruhigte und mit Zuversicht erfüllte. Er schüttelte Schjelting herzlich die Hand und sagte einfach: „Ich suche Sie!“ Dann entsann er sich des Herrn de Rigolet. Oh — man hatte sich auf der Redaktion des „Matin“ in Paris getroffen. Er, Higgins, der König der britischen Hetzpresse, war wahrhaft froh, daß der General, dieser hervorragende Pariser Militärschriftsteller, so gut sein helles, näselndes Englisch verstand.

„Ein schöner Tag heute!“ sagte er und rieb sich vergnüglich die Hände. „Ich hoffe ernstlich, daß wir dies gute Wetter noch einige Zeit behalten!“

„Und der Krieg...“