„Und in achtzehn Stunden die Franzosen!“

„Das wagt Ihr?“ sagte Nicolai von Schjelting langsam und fuhr sich mit der Hand über die Augen, als träumte er. „Ihr fangt an?“

„Hurrah! Hurrah!“

„Hören gnädiges Fräulein? Da kommen sie die Straße herunter. Alles schwarz von Menschen!“

Draußen brausten Hunderte von Stimmen. Die Fenster dröhnten vom Trommelwirbel. In scharfem Kommandoton wurde durch die jähe Stille etwas verlesen. Etwas von drohender Kriegsgefahr. Als Inge Tillesen sich wieder umdrehte, war das Zimmer leer. Nicolai Schjelting war fort. Verschwunden draußen in der wieder strudelnden und jubelnden Menge, dem Hurrahrufen, dem Massengesang. Dann hörte sie hinter sich die heisere, aber glückliche Stimme des zu ihrem Vater in das Haus geeilten Generals Isebrink. Er mußte schreien, um das Jauchzen draußen zu übertönen.

„Uff!... Endlich!... Endlich!... Endlich hat’s ein Ende mit der verfluchten Zucht! Jeder Mistfink von außerhalb durfte frech gegen uns werden... Verzeihen Sie, Fräulein Inge...“

„Ach ... nur immer zu, Herr General!“

„Aber nu wird Deutsch geredet! Hol’s der Deubel! Nu hat’s sich ausgeglückwünscht! Nu hat sich’s ausgebiedert und Hände geschüttelt! Liebster... Bester... Ich möchte ja die Wände hochgehen vor Freude: Ich hab’ eben telegrafisch meine Ordre! An die Front — wo’s am vordersten ist! Übermorgen früh meld’ ich mich schon hinterm Gießhaus in Berlin!“

„Herzlichen Glückwunsch!“...