„Flieger Graf Vläming! Herr von Hellfried... Gestatten die Damen...“
Inge Tillesen verstand die Namen von Mutter und Tochter nicht. Sie war zu erregt. Sie hörte nur, daß Isebrink sie seine Braut nannte, daß man sie beglückwünschte und ihr die Hand reichte und ihm. Dann sagte er, schon mit einem Anflug von dem alten Übermut im Ton, auf den kleinen Generalstäbler und die junge Dame weisend:
„Die haben’s gut! Die werden morgen kriegsgetraut. Eben kommen sie vom Pfarrer!“
Dort hatten sie Alles für morgen beredet. Auch den Spruch der Trauung: ‚So gehen wir hin, nicht zu sterben, sondern zu leben!‘... Sie hatte feuchte Augen. Aber sie hielt sich tapfer. Sie war die Waise eines vor zwei Jahren verstorbenen Regimentskommandeurs. Sie frug Inge, eine Braut die andere:
„Lassen Sie sich denn nicht auch kriegstrauen?“
Ehe Inge Tillesen antworten konnte, fuhr Paul Isebrink in einem plötzlichen Zorn auf.
„Ja, das kommt davon! Wer konnte denn das ahnen, wenn man da unten bei den Türken sitzt!“
Er wies mit einer entrüsteten Bewegung auf das preußische Dunkelblau mit Carmoisin des kleinen, patenten Hauptmanns.
„Wenn man noch halb in Zivil herumläuft wie der Hellfried ... so’n Friedenssoldat, der erst am dritten Tag mit seinem A. O. K. hinausgeht, der kann sich das leisten! Aber ich muß doch in ’ner Stunde auf der Walze sein ... ich muß!“