„Ich bin erst wieder froh, wenn ich in der Nordsee bin,“ sagte er, „und wir den lieben Kusängs auf den Kopf s—pucken! Aber nu still! Wir müssen noch warten. Das passiert den Maccaronis auch nich so bald wieder, daß sie Jemanden um Gottes Lohn s—pazieren fahren!“

Es war im Hafen von Genua ein noch wilderes Geschrei und Durcheinander wie in dem von Marseille. Mit dem Löschen der Ladung schien man, unberufener Augen wegen, erst in der Nacht beginnen zu wollen. So war es ein Leichtes, in der Dämmerung das fast menschenleer daliegende Schiff zu verlassen. Tiefaufatmend standen die Beiden auf der Ponte Adolfo Parrodi. Gingen hinüber nach dem Bahnhof. Der Seemann setzte sich unter die Palmen des Columbus-Denkmals.

„Ich warte bei dem ollen Vadding hier, bis Sie vom deutschen Konsulat zurückkommen!“ sagte er und dann, nach kaum einer halben Stunde: „Nun? Sie strahlen ja!“

„Ich habe die Adresse meiner Frau! Sie ist in Mailand. Wir erreichen noch den Zug! Und mit Deutschland steht es gut!“

Während sie durch den Apennin dahinfuhren, erzählte er das Nähere dem Seemann. Der wunderte sich nicht. In ihm war die Überzeugung von Deutschlands Sieg so klar, wie sich das Meer in seinen blauen Augen spiegelte.

„Die englischen Geschichten — die sind immer lügenhaft zu vertellen...!“ sagte er gelassen. „Jongs — warum schreit Ihr denn so?“

„Das ist schon Mailand!“

„Da ist eine Dame und winkt Ihnen!“

„Ja. Ich hab’ meiner Frau vom Konsulat telefonieren lassen!“

„Oh — da will ich nich weiter stören — nich?“ Der Matrose und der Millionär drückten sich fest die Hand, und Hugo Martius drängte sich durch das Gebrüll der Facchini auf die kleine, zierliche Gestalt mit dem schwarzen Gemmenköpfchen zu, die die Arme ausstreckte und ihm entgegenstürzte.