Als sie sich nach einer Viertelstunde das Nötigste gesagt hatten und den Bahnhof verließen, fuhren ihnen die Droschken quer über den Weg.
„Signore!... Signorina!“
Aber Phila Martius hatte nicht wie sonst das nachsichtige südländische Lächeln auf dem zarten, klassisch geschnittenen Gesicht. Sie sagte so scharf und ungeduldig wie nur irgend sonst eine Norddeutsche:
„Belästigen Sie Einen doch nicht ewig! Das ist ja gräßlich!...“
Das alte Geschöpf auf dem Bock begriff, daß das Deutsch war.
„Abbasso la Germania!“ brüllte es hinter ihnen her. Und noch aus der Ferne: „Evviva la Francia! Evviva l’Inghilterra!“
Zu Martius’ Erstaunen machte das ‚Nieder mit Deutschland!‘ auf seine Frau gar keinen Eindruck.
„Wenn ich mich darüber noch ärgern wollte!“ sagte sie. „Das ist das tägliche Brot in den sechs Wochen, daß ich hier und in der Westschweiz an der Grenze nach Dir bangte!“ Sie gab einem Bettelbuben einen Stoß: „Willst Du mich gleich loslassen, infamer Bengel?“
„Aber das sind ja Deine geliebten Ragazzi!“
„Dreckspatzen sind’s!... Nein — lieber nicht durch die enge Gasse!... Der Gestank ist ja ekelhaft! Alles voll Orangenschalen und Schmutz...“