„Nun ja: die Unschuld des Südens...“

„Und wie diese Frauen kreischen! Ich kann diese schrillen, heiseren Stimmen gar nicht mehr hören! Ob Eine von den Trinen sich jemals ordentlich kämmt und ihre schwarzen Haarwuscheln nicht so liederlich aufsteckt...“

„Aber Phila...“

„Liederlich sind sie... Betrügerisch ... niederträchtig... Es ist ein widerwärtiges Volk!“

„Il Secolo!“ Ein Zeitungsverkäufer stürmte vorbei. „Neue Niederlagen der Deutschen! Die Preise für Hundefleisch in Berlin schon unerschwinglich!... Die Russen rücken mit sicherem Schritt nach Berlin!“

„Ah — der Ekel schüttelt Einen!“ sagte die kleine Frau. Sie war ganz bleich geworden.

„Dich auch?“

„Kennst Du das Märchen von Einem, der die Sprache der Vögel verstand? So ungefähr ging es die Zeit über jetzt mir! Fast alle Fremden sind doch weg! Ich sehe aus wie eine Italienerin, spreche es wie eine Toskanerin. Da glauben sie überall, ich gehörte zu ihnen, legen sich in meiner Gegenwart keinen Zwang auf ... ich höre Alles ... schaue in ihre Seelen ... wie in einen Abgrund von Gemeinheit...“

Sie gingen über den Mercanti-Platz. Viele Hunderte von dunklen Gestalten standen in der Nacht wie die Verschwörer beisammen. Ihr dumpfes Gemurmel glich dem Summen eines Bienenschwarms. Es war das alte italienische Bild. Aber Theophile Martius zog fröstelnd die Schultern hoch.