„Warum nicht?“

„Er ist längst von Barrère in Rom für die Politik der Westmächte gewonnen. Er arbeitet heimlich auf dem Balkan gegen Serben und Griechen! Schade um das Geld!... Nun, setze Dich, Agostino, mein Bruder! Was macht Donna Giacinta?“

Der Cavaliere dankte mit einer anmutigen Handbewegung. Ein Ordenskettchen schimmerte in seiner Frackklappe. Seine Lackschuhe glänzten ebenso wie seine spitzen Nägel. Ein geschmeidiges Lächeln übersonnte sein faltiges und hageres Gesicht.

„Wir sprachen von unseren Feinden!“ sagte Schjelting. „Ich komme von der russischen Front. Überall ist der Weltkrieg im Gang. Nur Ihr fehlt. Wie lange noch? Eine ‚Hülfe von Pisa‘ nutzt uns nichts!“

„Geduld, Signor — Geduld!“

„Ich war jetzt in Lemberg beim Generalissimus! Ehrlich gestanden: Man hat Euch im Verdacht, daß Ihr es heimlich mit Euren Verbündeten haltet!“

Der Cavaliere legte mit einer Miene der gekränkten Unschuld seine lange, knochige Rechte auf die Herzgegend. Der Onorevole spreizte beide Hände in schmeichlerischer Abwehr.

„Beweist, daß es nicht der Fall ist!... Werft die Masken ab!“

Die Beiden lächelten einander, wie Geheimbündler, in die Augen und dann zu ihm. Sie erinnerten ihn plötzlich an die leblosen, weltmännischen Wachsköpfe in den Schaufenstern der Friseure. Er dachte sich ungeduldig: Was sphinxt Ihr Euch hier überall an, Jeder den Nächsten? Wozu jetzt noch diese ölige Glätte? Die Welt ward rauh. Braucht Taten. Ich will für Rußland nicht Aale kaufen, sondern Vipern! Laut sagte er: