„Oh ... ist er?“

Allgemeine Teilnahme. Wieder dieses Frösteln des Grauens bei Schjelting, als wäre er unter Verrückten. Und seltsam: Im selben Augenblick wandte sich die Lady links vor ihm, die bisher mit ihrem anderen Nachbar gesprochen, von dem ab, und sagte halblaut auf englisch vor sich hin: „Ein wahnsinniges Volk...“

Sie war mittelgroß, hellblond, von zarten Farben und sah doch nicht ganz englisch aus. Schjelting zuckte zusammen. Dann lächelte er.

„Oh... Mrs. Higgins... Entsinnen Sie sich unseres letzten Zusammentreffens? Vor Victoria Station?...“

Hannah Higgins, die Schwägerin des Hausherrn, schaute ihn unsicher an. Sie war etwas kurzsichtig. Ihre Züge zeigten nichts mehr von ihrem früheren Humor, sondern einen sonderbar starren Ausdruck. Er dachte sich: Nun ja. Eine Deutsche — oder eine gewesene Deutsche — jetzt hier als Frau eines Engländers und im Kreise der Engländer. Diese Menschen wissen ja nicht, was sie in dieser Zeit tun und sind. Plötzlich schien es ihm, als ob er und diese Fremde aus dem feindlichen Volk allein in dieser Tafelrunde das Skelett im britischen Weltschrank erblickten.

„Sie fuhren damals zur Kieler Woche!“ sagte er. „Auch ich ging später nach Deutschland. Ich traf Ihren Vater. Auch Ihre Schwester!...“

„So...“

„Wie geht es Fräulein Tillesen?“

„Ganz gut... Aber sie ist nicht mehr Fräulein Tillesen. Sie ist vor zwei Wochen in Königsberg getraut. Wir korrespondieren über Schweden.“

Er schwieg. Dann frug er: