„Belieben Sie, die Leiter hinunterzusteigen!“
Eine Luke in dem beschneiten Boden öffnete sich. Ein vorsündflutliches Ungetüm wohnte in dem unterirdischen, elektrisch beleuchteten Raum. Ein Riesenmörser mit seiner dreifachen Auswölbung und seinen Schaufelrädern, das glotzende Maul steil aus seinem Versteck nach der Decke von verschneiten Fichtenzweigen gerichtet, die den Lindwurm vor Feindesaugen schützte und zurückgeschoben wurde, wenn er den Inhalt der halbmannslangen Geschoßkörbe neben ihm brüllend über die Wipfel des Tannenwalds in den Himmel hinaufspie. Ein Offizier saß auf einem Schemel, an die Lafette angelehnt. Schjelting hielt ihn für den General Schiraj und trat auf ihn zu.
Aber das Gesicht, das sich langsam nach ihm wandte, kannte er nicht. Es hatte den länglichen Schnitt der Ukräne, war abgezehrt bis auf die Knochen, mit in den Höhlen eingesunkenen Augen. Schjelting dachte sich: ‚Der sieht ja aus wie der Tod!‘ Er reichte dem bleichen, unbekannten Offizier die Hand. Die des Anderen war kalt und bleiern.
„Der General Schiraj erwartet Sie vorne in der Stellung...“
Der Offizier sagte es dumpf und teilnahmlos.
„Ist es weit bis dahin?“
„Sie sind hier dicht hinter der Front. Eine halbe Stunde zu Fuß.“
„Kann ich nicht fahren?“
„Man wird sie umwerfen! Es sind überall frische Granatlöcher im Schnee. Man muß den Fußstapfen dazwischen folgen.“