„Gehört er denn nicht zu Ihnen?“

„Ich kenne den Gentleman nicht!“ sagte der Alte von der Standard Oil Company. Im Getümmel des Bahnhofs stand der belgische General Janssen in Zivil, einem kleinen, weißköpfigen Wachtmeister ähnlich, und drückte Schjelting, den schon als Gatten einer Belgierin Jedermann in Brüssel kannte, die Hand.

„Ah, ce gaillard! Sehen Sie ihn? Seit acht Tagen haben wir ihn hier! Oh — wir kennen ihn wohl!... Da geht er eben durch die Sperre ... da ... der straffe Preuße in grauem Rock und Strohhut!“

„Das ist doch ein Amerikaner!“

„Haha!... Ein Amerikaner im preußischen Großen Generalstab!... So dumm sind die Preußen nicht! Das ist Einer ihrer Schlauesten. Der Hauptmann Isebrink. Eben dreht er sich noch einmal um und lächelt!... Spitzbube... Was haben Sie denn, Herr von Schjelting?“

„Nichts! Nichts! Adieu, mein General!“

Im Auto, das ihn hinauf zum Quartier Leopold trug, biß sich Schjelting wütend auf die Lippen, schlug sich mit der Hand an die Stirne, sagte sich: Was ist denn das? Ich bin verhext... Seit Moskau. Ich habe nicht mehr die leichte Hand. Den feinen Instinkt. Erzähle einem Soldaten Wilhelms die Geheimnisse der Engländer. Er weiß sie ja längst. Aber immerhin...

Auf dem vornehmen Boulevard du Régent, inmitten der Stätten der Reichen, lag mit weitem Blick über den königlichen Park und auf die Stadt da unten das Haus seiner Schwiegereltern. Das obere Stockwerk war zur Hälfte ein für allemal der einzigen Tochter, Schjeltings Frau, und ihm vorbehalten, wenn sie, wie gewöhnlich, einen Teil des Jahres in Brüssel, der Vorstadt von Paris, verbrachten. Er stieg nervös und mit umwölkter Stirne die Treppe hinauf.

„Hier bin ich, Ghislaine!“