Keine Antwort.
„Ghislaine, meine Freundin: Deine Geduld wird sich noch belohnen. Große Dinge bereiten sich vor. Ich verspreche Dir: Du wirst noch einmal in einem Botschafterpalais residieren. Du wirst die Erste unter den Damen sein. Man wird Dich Exzellenz anreden...“
Das schmeichelte ihr. Seine weiche und sanfte Stimme beruhigte sie. Sie richtete sich auf und begann stumm und energisch sich mit dem Puderbausch die Thränenspuren wegzutupfen. Es klopfte. Ihre Mutter, Madame Lambert, trat ein. Kleiner als ihre Tochter, zur Fülle neigend, die gestickte Robe zu jugendlich für die verblühte Pariserin. Sie legte die kleinen fetten, reichberingten Hände ineinander.
„Müßt Ihr Euch denn ewig streiten?“
„Es scheint so, meine Mutter!“
„Und warum denn?“
Schjelting wies grimmig auf die Visitenkarte. Die Schwiegermutter zog die Augenbrauen hoch, sah erst ihn an, dann die elegante junge Frau.
„Aber diese Toilette ist doch ein Traum!“ sagte sie.
„Was hat das mit diesem Monsieur Khétulle zu tun?“