„Ah ... auf der Schmetterlingsjagd, Mr. Nicholson?“

Der Hauptmann Nicholson vom Londoner Nachrichten-Departement, der unvermutet aus dem Wiesengrund neben der Straße auftauchte, trug eine grüne Botanisiertrommel über dem graugewürfelten Sportanzug und einen Käscher in der Hand. Er sagte ganz ernst, nach der Begrüßung und Vorstellung:

„Sollte man glauben, General, daß Sphinx nerii hier vorkommt? Es müssen Oleanderbäume in der Nähe sein. Sonst sah ich diesen Schwärmer am meisten bei Pola und Cattaro.“

„Verstehen Sie denn wirklich etwas davon?“

„Wissen ist Macht! Ich entsinne mich, daß ich einmal bei Wilhelmshaven einem Gendarm den seltenen Apollo vorweisen konnte. Aus der Familie Parnassus. Der Gendarm war sehr befriedigt. Immer besser, man hat ein Ziel. Es war ja schimpflich: die Deutschen dachten anfangs, ich wollte da spionieren.“

Der greise Troupier mußte lachen. Er klopfte dem Britten jovial auf die Schulter.

„Und was machen Sie denn hier?“

„Er ist ein ganz harmloser Entomologe!“ erklärte Nicolai Schjelting. Unter dem Zahnbürstenschnurrbart des Captain zuckte es von einer freimüthigen Heiterkeit.

„Schmetterlingssammler sind wir schließlich alle!“ sagte er zu den Andern. „Es ist eine liebliche Gegend! Ist sie’s nicht?... Nun, leben Sie wohl!... Ich muß weiter...“

„Einen Augenblick!“