Der Kraftwagen hatte die Stadt Münster hinter sich gelassen und stieg mit donnernder Auspuffklappe steil durch dunklen Hochwald in die Vogesenschluchten empor. Mächtig wölbte sich zur Rechten das Sulzer Belchen. Man war schon ganz nahe an der französischen Grenze.

„Sagen Sie ’mal: wo stecken denn nun eigentlich unsere Kriegsknechte? Die sind doch nicht etwa in der Zerstreutheit nach Frankreich hinüber geklettert? Wir wollen doch mal den Meldereiter da fragen! Gleich um die Ecke lagert das Regiment? Na — famos!“

Ein Halloh im Biwak auf der grünen Maienmatte, über der sich hoch und kahl im Halbbogen der Grenzkamm der Vogesen wölbte. Graf Vläming dachte sich: So möchte ich auch einmal von den alten Kameraden begrüßt werden, als der Stolz des Truppenteils, von dem es in zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren heißt: General der Infanterie von Isebrink ging aus dem Regiment Bernhard von Weimar hervor. Steht à la suite. Im Kasino hängt sein Bild. Die gestickten goldenen Eichenblätter am Kragen, die schlichte hohe Hausnummer auf den Achselstücken...

„So... Bitte an meine grüne Seite!“ sprach der Oberst von Münzingen. „Ich habe schon viel von Ihnen gehört! Ihr Geist lebt sozusagen unter uns Bernhardinern weiter! Na, Graf Vläming, wann holen Sie nun Ihre Luftdroschke von den Bäumen runter?“

„Wenn der Vollmond aufgeht, Herr Oberst! Hoffentlich sind die Kerle drüben bis dahin weg — die brauchen auch nicht Alles zu sehen!“

„Na, wir fangen jetzt schon an, sachte abzubauen!“ sagte Hauptmann Vierling von der Fußartillerie. „Ich hab’ eben schon runtertelefoniert! Aber fein war’s — was, Elsterburg?“

„Keine Katze hat uns entdeckt!“ meinte der Pionierleutnant stolz. „Nicht einmal unsere eigenen Flieger!“

„Wo haben Sie denn nun eigentlich Ihre Brummer versteckt?“

„Suchen Sie sie doch! Sie sehen sie auf zehn Schritte nicht.“