Abgespannt und übernächtig saß er am nächsten Vormittag im Sprechzimmer dem Geheimrat Tillesen gegenüber. Der wiederholte:
„Sie sind nicht krank! Nichts als Nervenüberlastung. Beseitigen Sie deren Ursachen. Sie sind so verschieden wie die Menschen selber... Familienverhältnisse...?“
„Ich lebe in einer ungetrübten Ehe.“
„Geldsorgen...“
„Ich bin reich.“
„Unpersönliche Affekte: religiöse Zweifel ... wissenschaftliche Skrupel ... politischer Ehrgeiz...“
„Der ist mir nun ganz fremd, Exzellenz!“
„So? Da hat sich also Professor Burchardt gestern geirrt! Er erzählte mir von Ihnen: Er hatte sich gerade auf dem Baseler Bahnhof Ihr „Essai contre le Teutonisme“ gekauft. Da liegt es. Ich las noch vor dem Einschlafen darin!“
Schjelting warf einen Blick auf die hellblaue Broschüre und schwieg betreten.