„Fort damit!“ rief Franz. „Mag sich ein Hai die Überreste holen.“

Schaufeln halfen das Boot von den Überresten des Tieres reinigen, und dann wurde die Fahrt fortgesetzt. „Ich tauche doch noch wieder,“ meinte der Matrose, „nur die Rippen thun mir ein bißchen weh, sonst ist nichts passiert. Langweilige Gegend, was?“

„Düster, düster wie das ganze eigentliche Australien!“ versetzte Holm. „Harte, steife, dunkelgrüne, verholzte Blätter, kein Tierleben, keine Menschenwohnungen, keine Anfänge der Kultur, — woher soll da die Schönheit kommen? Auf dem Festlande, soweit diese Bezeichnung zulässig ist, wird es nur wenig besser; erst die Inseln des Großen Ozeans bringen wieder tropische Vegetation und reichere Tierwelt, wenigstens was Vögel und Insekten betrifft.“

„Hier ist aber auch gar nichts zu finden,“ sagte Franz. „Echaus heraus, damit man euch endlich einmal kennen lernt!“

Niemand beantwortete den Kriegsruf, nur eine Schar Kasuare galoppierte über die Ebene, und ein wilder Hund bellte, sonst blieb alles still. An einer von Wald und Busch umsäumten lichten Stelle trafen die Schiffer die ersten menschlichen Wesen, eine Schar kleiner, krüppelhafter und affenähnlicher Geschöpfe, die zum Teil aus Erdlöchern hervorsahen, zum Teil stumpfsinnig im Sonnenschein dalagen, ohne sich um das Boot mit den Fremden irgendwie zu bekümmern. Holm und auch die übrigen riefen ihnen verschiedene Worte zu, die indessen unbeachtet verhallten, so daß es den Weißen zweifelhaft schien, ob diese tierischen Wesen überhaupt eine bestimmt geordnete Sprache besaßen. Es war sehr begreiflich, daß sich die Echaus den Makadamas gegenüber in respektvoller Entfernung hielten, jedenfalls mußten sie, so roh und unkultiviert auch diese letzteren sein mochten, doch im Kampfe mit ihnen entschieden den kürzeren ziehen.

Ein zweiter Tauchversuch schaffte eine tüchtige Mahlzeit gewöhnlicher Krebse, weiter nichts; Fluß und Wald waren gleich arm an Produkten wie an Reiz. So wurde denn die ungastliche Küste der Echaus sehr bald verlassen und an Bord der Fang des ersten Zuges in Sicherheit gebracht.

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Der Taucher und die Sepie.
„... die Axthiebe, welche jetzt Rumpf und Arme trennten, trafen auf eine ziemlich widerstandsfähige Masse ...“

Das Schiff steuerte nun in wochenlanger Fahrt um die ganze Osthälfte des australischen Festlandes und erreichte ohne bemerkenswerte Zwischenfälle Sidney, die Hauptstadt von Neu-Südwales, noch vor sechzig Jahren ein elender Ort für deportierte Verbrecher Englands, jetzt eine große Stadt. Vom Hafen aus wurde sogleich eine Reise in das Innere angetreten, zuerst mittels der Eisenbahn, dann zu Wagen, und nachdem die Grenze der Kolonie erreicht, hoch zu Roß unter Führung von Engländern und Deutschen, die mit den Australnegern im besten Einvernehmen standen und außerdem bis an die Grenzen des bekannten Innern schon mehrmals vorgedrungen waren.