Der Wilde zeigte über seine Schulter hinweg. „Wenn der Kasuar bei Sonnenaufgang von hier fortläuft, so kommt er am Abend zu den weißen Männern,“ antwortete er.

„Aha! das ist eine gute Nachricht, Freund Heu-Heu! Nun höre weiter. Kannst du uns bis zu diesem Dorfe den Weg zeigen?“

Der Schwarze überlegte. Sein lauernder Blick wanderte von den weidenden Pferden zu den Gewehren und von diesen wieder zurück. „Wir werden zu zwanzig oder dreißig die Führung übernehmen,“ versetzte er endlich. „Weniger können es nicht sein, sonst möchten wir uns verirren.“

Thompson zuckte die Achseln. „Das ist schade, mein lieber Heu-Heu,“ sagte er mit der größten Ruhe, „wirklich schade. Einen Mann brauchen wir nur.“

In den Augen des Wilden blitzte der Zorn der Enttäuschung. Wahrscheinlich hatte er es sich sehr leicht und angenehm gedacht, mit seinen Genossen die Weißen in der Wildnis abzuschlachten und sich ihres Eigentums ohne Mühe zu bemächtigen. Dazu aber war eine bedeutende Überzahl ganz unerläßlich.

„Ein einzelner Mann meines Stammes geht nicht mit euch,“ setzte er hinzu. „Einer allein ohne seine Freunde wagt sich so weit nicht hinaus.“

Thompson nickte. „Dann müssen wir es eben ohne Führer versuchen, mein Bester,“ gab er zurück. „Es thut mir leid, dich gestört zu haben, Heu-Heu. Schlaf wohl!“

Aber der Schwarze blieb sitzen. „Geht ihr allein, so fallt ihr in die Hände der räuberischen Ara-Punga,“ sagte er. „Sie wohnen ganz in der Nähe und töten jeden, dessen sie habhaft werden können.“

„Hm, hm, was du sagst, Heu-Heu. Da würden ja auch zwanzig oder dreißig von deinem Stamme nichts ausrichten! Ich sehe schon, wir müssen unsere Reise allein fortsetzen.“

Damit drehte er den Kopf, wie um zu schlafen, indes der Wilde zögernd, heimlich knirschend seine Hütte wieder aufsuchte. Er ballte im Dunkel der Nacht drohend die Faust. „Heu-Heu wird dir zeigen, daß er klüger ist, als alle weißen Länderdiebe und Schurken zusammen,“ zischte er. „Keiner deiner Gefährten erreicht die Kolonie am Meer, keines eurer Pferde soll uns entgehen.“