Was aber bisher im Walde unbemerkt geblieben, das zeigte sich jetzt: — der verscheuchte Nashornvogel war seinem geraubten Weibchen von Stamm zu Stamm gefolgt. Selbst bis auf die Zweige der einzeln stehenden Bäume inmitten des Örtchens wagte er sich hinan.

Der Gefangene wurde in einen alten, roh aus Binsen geflochtenen Korb gesteckt, und dieser wohlverschlossen auf den freien Platz gelegt. Sogleich kam das Männchen heran und setzte sich daneben wie früher vor das Nest.

„Wir fangen ihn ein und haben dann ein Pärchen für den zoologischen Garten!“ rief Franz. „An Bord kann man schon eine Falle herrichten.“

Der Abschied wurde nun schnell bewerkstelligt, noch ein paar zerquetschte Blätter auf die verwundeten Finger gelegt, und die Gewehre wieder umgehängt, dann ging es fort, dem Dampfer zu. Die Sonne war fast ganz verschwunden, ein schrilles Pfeifen vom Bord der „Hansa“ rief die Jäger zurück, und so ruderte man möglichst schnell der Ausmündung des Seitenarmes entgegen, immer gefolgt von dem beharrlich nebenher fliegenden Pfefferfresser.

Vom Schiff aus erhielten die begleitenden Neger reichliche Geschenke, um welche sie sich sofort rauften und schlugen, dann wurde das Boot eingeholt und der Dampfer dem Waldrand so nahe als möglich gebracht. Auf den letzten Zweigen saß flügelschlagend der beraubte Vogel, er beugte den Hals weit vor und ging ängstlich auf und ab, aber das Schiff zu berühren wagte er offenbar nicht.

„Lassen Sie das Weibchen fliegen!“ rief der Kapitän. „Diese Tiere pflegen eins ohne das andere nicht leben zu können.“

„So müssen wir es ausstopfen,“ versetzte Holm. „Diese Reise ist eben eine wissenschaftliche, und am Ende dürfte auch der Hornvogel nicht besser sein als alle übrigen Geschöpfe, die wir eines vernünftigen Zweckes wegen fangen und töten.“

Dennoch aber ging es auch ihm durchs Herz, als jetzt der Vogel in weitem Kreis das Schiff umflog und dabei einen wahrhaft erschütternden Schrei ausstieß, den das gefangene Weibchen erwiderte. Noch einmal — zweimal schoß er durch den aufsteigenden Rauch dahin, dann kehrte er schweren Flügelschlages zum Lande zurück und blieb auf dem nächsten Baume sitzen.

„Schade! Schade!“ brach es über aller Lippen, „er folgt uns nicht.“

Daran ließ sich indes jetzt nichts mehr ändern, und der Dampfer verfolgte seine Bahn, bis er die heimkehrenden Jäger an Bord der „Hammonia“ abgesetzt hatte. Man versuchte nun, den in einen leeren Hühnerkorb gebrachten Nashornvogel zu füttern, aber das Tier nahm keinerlei Speise, sondern saß geduckt und ängstlich da, so daß auch Holm sein Fortleben bezweifelte. Die Eier wurden des Dotters durch Hineinpusten beraubt und eine Sammlung dieser Art Naturalien besonders angelegt, auch die beiden gefangenen Affen sorgfältig verpflegt und nach dem betäubten Rochen gesehen. Der war zu seinen Vätern versammelt, wie der Koch sagte, die Affen dagegen sehr wohlbehalten und sogar schon etwas vertraulicher als im Anfang.