[101] Vorzüglich thaten sich unsre Vorfahren hier viel auf den Bergkrystall zu gute. Das Pulver davon ward etliche Jahrhunderte hindurch für des Arseniks spezifisches Gegengift gehalten. Es war natürlich, daß es oft gute Dienste that, da es in kleiner Menge unter vielem Mandelöl und Milch gegeben ward.
[102] Haller Physiolog. lib. 19. sect. 4. §. 4. S. 262.
[103] Man sehe Breslauer Samlungen, 33. Vers. S. 338. — Wepfer hist. c. 21. hist. 7. S. 356. — Navier Gegengifte, S. 10. — Medic. essays Vol. 4. Edimb. 1747. S. 41. — Morgagni de sed. et c. m. ep. 59. Art. 7. — Bonet sepulchr. anat. lib. 3. Sect. 7. obs. 2 et 3. et obs. 17. §. 2. — Henkel Bergsucht S. 148. — nebst vielen andern unglüklichen Krankengeschichten, in denen besonders die ältern Aerzte sich aus Vorurtheilen der Mohnsaftmittel gegen Arsenik nicht zu enthalten vermogten; unter den ältern ja neuern nehme ich Forest (obs. lib. 21. obs. 23. in schol. S. 135.) aus, welcher sie vor den hinlänglichen Ausleerungen zu geben verbietet.
[104] Vorzüglich hat man ihm oft die Zufälle des Ueberganges des Arsenikgiftes in die zweiten Wege ([§. 123] bis [126].) beizumessen; öfterer noch bei starken Vergiftungen den Brand der ersten Wege.
[105] Da Purgiermittel den Schleim, der die innere Magenhaut umkleidet, wenigstens losmachen, wo nicht mit sich nehmen, und ihn reizzen; da sie die dünnern Gedärme vermögen, ihren Schleim durch erhöhete wurmförmige Bewegung hinwegzupressen und sie noch überdies in verschiednen Graden zu entzünden, ohne jedoch das Arsenikpulver aus der Zottenhaut rein abzufegen, im Stande zu seyn, so wird man ohne mein Zuthun einsehn, wie viel sie zur Verschlimmerung der Vergiftungskrankheit beitragen, besonders in Körpern, die empfindliche Nerven und leicht entzündliches Blut haben.
[106] Denn Fliegenstein und Operment lassen sich besonders im Anfange der Vergiftung durch gelinde Brechmittel von unten vorkommender Art mit vielem Nuzzen, und fast allein durch sie, wegschaffen.
[107] Deshalb verbietet sie Boerhave Praelect. acad. T. 6. S. 382. mit Nachdruck; ja es sagt sogar ein groser Arzt: „Wer einem mit einer geringen Arsenikgabe Vergifteten ein Antimonialbrechmittel reicht, sei mehr am Tode Ursache, als der Giftgeber, der alles zur Rettung anwendete.“ Fr. Hoffmann opusc. path. pract. dec. 2. diss. 5. S. 410 — An einer mit weissen Arsenik vergifteten Frau sieht man die Schädlichkeit des Brechweinsteins deutlich, deren Geschichte Klökhof im 8ten Theil im erst. St. der Haarlemer Abh. aufzeichnete.
[108] Man sehe die bei [§. 123]. angeführte Krankengeschichte und die übrigen allegirten.
[109] Med. ration. system. II. S. 187.
[110] Toxicolog. de acut. S. 39.