»Wer?« fragte ich, durch den sinnigen Ernst seines Gesichtes stutzig gemacht.

»Der tote Junge!« Wie schmerzlich mich die rohe Benennung auch berührte, so lag doch in der halb brutalen, halb feierlichen Betonung der Worte etwas Ergreifendes. Ich nickte stumm Bejahung.

»War wohl ein famoser Junge?« Diese Bezeichnung paßte kaum auf das zarte dreijährige kränkliche Wesen, das seine kurze Lebenszeit meist liegend zugebracht. Mein Gast machte sich wie es schien, ein falsches Bild von ihm, das ich für den Augenblick nicht zerstören mochte.

»Weshalb meinst du, daß es ein gutes Kind war?« fragte ich.

Die Antwort kam rasch, bestimmt.

»Cause ye'r sorry!« (Weil Sie traurig sind.)

»Aber das wäre ich doch auch bei dem Verlust eines unartigen Kindes!«

Charley Gregor lachte mich an, als hätte ich einen Witz gemacht. Er stemmte seinen linken Fuß rückwärts gegen die Mauer und schob sich in kleinen Sprüngen stoßweiße vor.

»Sie hatten ihn doch lieb!«

»Ja!«