»Mein Versprechen, Sie rufen zu lassen,« wiederholte sie langsam. »Ich verstehe Sie nicht. O mein Gott – Sie sind der Arzt,« rief sie, und in dem Ton lag ebensoviel Schrecken, als habe sie entdeckt, daß er ein entsprungener Galeerensträfling sei. »O, ich unvernünftiges Mädchen: Sie werden meine unartigen Reden wohl nicht vergessen können?«

»Schwerlich,« entgegnete er lächelnd. »Sie müssen mir schon verschiedenes sagen, bevor ich's versuche. Zunächst möchte ich Ihren Namen wissen, ich lese nie eine Schiffsliste.«

»Lora, Lora Vandyke. Fragen Sie mehr, ich möchte so gern gut machen, was kann ich thun?« bat sie.

»Vor allen Dingen versprechen, fest versprechen, mich baldmöglichst in meiner Eigenschaft als Arzt zu ›belästigen‹.«

»Dazu müßte ich doch erst wieder krank werden,« lächelte sie.

»Sie werden sich dazu keine besondere Mühe zu geben brauchen, die Gelegenheit wird sich bieten,« meinte er.

»Ach, es kommt also noch ärger, noch stürmischer?«

»O ja, bedeutend, bis jetzt war's nur eine kleine Probe, mein Fräulein. Ich sehe Sie schon, wie Sie mit aufgelösten Haaren und bleichen Wangen sich zu mir flüchten werden, hilfesuchend, und ich bin so boshaft, mich auf diesen Augenblick zu freuen.«

»Waren Sie nie seekrank? Wie lange fahren Sie schon?« fragte sie, wie ein Kind, eine Frage über die andere vergessend.

»Welche Frage befehlen Sie, daß ich zuerst beantworte?« fragte er lächelnd.