»Dot? War das dein Hund?« Der Knabe nickte.
»Was hat sie gemacht?« fragte Norine, gespannt aussehend und Paul machte mit der Hand die rasche Bewegung des Erdrosselns.
»Tot?« fragte das aufhorchende Kind und der Knabe erwiderte trocken: »Mausetot!«
Mit sehr erregtem Gesicht und einer raschen Geberde halb der Angst halb des Zorns umfaßte die Kleine die weiße Katzenfamilie und drückte sie schützend an sich:
»Wenn sie es wagt,« rief sie mit funkelnden Augen, »wenn sie es wagt« – der warnend erhobene Zeigefinger des Kameraden ließ sie abbrechen.
»Es kommt Jemand!« Beide Kinder standen jetzt aufrecht Seite an Seite. Beider Kinder Augen hingen an der niederen Thüre des Bretterhäuschens. Des Knaben Blicke hatten einen lauernden, die des Mädchens einen trotzig herausfordernden Ausdruck. Der Schatten der auf den Weg fiel, zeichnete die Linien einer jugendlich schlanken weiblichen Gestalt. Im Rahmen der Thüre bückte sich ein von dichten Flechten umgebener blonder Frauenkopf.
»Bist Du Norine?« Die Stimme, die da sprach, war ganz dazu angethan, Groll zu verscheuchen. Zürnende Kinderherzen geben sich dem Eindrucke jedoch nicht so leicht hin. Norine stand, die dunklen Augen fest auf die Fremde gerichtet, unbeweglich da. Trotzig, schweigend preßte sie die Lippen aufeinander.
»Also hierher hast Du Dich geflüchtet? Und das ist Dein Freund? Paul – nicht wahr? Siehst Du, Das weiß ich Alles schon!« Der Knabe schoß rasch einen Blick hoch und senkte ihn wieder, dann schob er die Hände in die Hosentaschen und grub etwas verlegen den Absatz seines Stiefels in die lockere Erde ein.
»Sind das Deine Katzen?«