»Wie meine Alte den Dot wegschaffte, that sie's in der Nacht. Deine holt die Mietz auch Nachts!«
Norines Augen wurden groß und finster.
»In der Nacht?« wiederholte sie unsicher – dann in aufsteigender Besorgnis: »da schlaf' ich ja!«
»Ja eben!« Der Knabe weidete sich offenbar an dem Angstblick der Kleinen. Er schielte lauernd auf sie herab und schnellte plötzlich hoch.
»Weißt du,« begann er, »wenn es dir eine Beruhigung ist, so bleibe ich die Nacht hier und halte Wache.«
Norine blickte atemlos zu ihm auf.
»Wo?« sagte sie, über seine unerwartete Großmut verwirrt.
»Ach – ich schlafe im Stall auf der Erde. Uns Jungens« – prahlte er großthuerisch – »uns macht das nichts. Kannst ganz ruhig sein. Wenn sie kommt und deine Katzen holen will – na, laß' mich nur machen. Ist ein Schlüssel drin?«
Es war keiner drin und der Knabe beruhigte sich auch darüber.
»Thut nichts,« meinte er, »ich baue eine Barrikade!«