Und wenn du einmal so ein Reißen oder Brennen verspürst, sei vernünftig! Du gönnst das Heilkraut jeden Tag deinen Vierfüßlern. Laß dessen Heilkraft auch mal deinen eigenen Körper kosten!
Ein Wirt erzählt:
„Ich habe oft so reißende Schmerzen im Kopfe, besonders wenn das Wetter anders wird, daß ich unfähig bin, meinem Berufe nachzukommen. Es kommen die Schmerzen in den Rücken, besonders auch in die Oberschenkel; wenn sie aber in die Füße kommen, kann ich nicht mehr gehen. Trinke ich ein Glas Bier, so kommt der Schmerz ganz schnell in den Kopf. Weil ich es schon Monate hindurch so stark habe, ist mir jede ordentliche Arbeit unmöglich, und das Leben wurde mir schon oft recht entleidet.“
Die Anwendungen waren folgende: 1) In der Woche zwei warme Haberstrohbäder, 30° R., von einer halben Stunde; darauf kräftig abwaschen oder ein kurzes kaltes Bad. 2) Jeden Tag einen Oberguß mit Knieguß. 3) In der Woche dreimal ganz waschen, so rasch als möglich, im Schweiß oder im Bette nachts. 4) Täglich am Morgen und am Abend eine Tasse Tee von fünf bis sechs frischen Holderblättern, fein zerschnitten, fünf Minuten lang gekocht.
In vier Wochen war dieser Wirt vollständig gesund, so daß seine Bekannten sein Aussehen als geradezu verjüngt erklärten.
Damit weiterhin diese Krankheit sich nicht wieder einniste, kann er alle Monate ein solches Bad nehmen und jede Woche ein- bis zweimal sich ganz waschen im Schweiß oder in der Nacht vom Bett aus.
Ein Gewerbsmann kommt und erzählt: „Bei mir sind beide Füße stark angeschwollen, ganz steif, und ich bin nie ohne Schmerzen, kann oft nicht eine Stunde in der Nacht schlafen; besonders in den Gliedern ist der Schmerz am heftigsten; meine Arme sind auch ganz steif und tun mir recht wehe; Appetit hätte ich; aber wenn ich esse, treibt es mich auf, so daß ich kaum mehr zu atmen vermag; ich kann fast gar nicht mehr gehen und bin so voll Schwindel, besonders beim Aufstehen, daß ich kaum mehr weiß, wo ich bin. Ärzte habe ich viele gehabt, habe recht viel eingenommen, aber soweit ich urteilen kann, hat sich meine Lage bei allem, was ich versucht habe, nur verschlimmert; ich habe mir schon oft den Tod gewünscht.“ Der Betreffende war ziemlich stark und sah mehr einem wohlgenährten Bräumeister gleich als einem Gewerbsmann, obwohl er nur einfache Kost hatte und nicht besonders viel Bier trank. Er war ungefähr fünfzig Jahre alt. Nach Aussage der Ärzte sollte Herzverfettung die erste Ursache zu diesem Elende sein.
In fünf Wochen war dieser Kranke von seinen vielen Übeln befreit, und er freute sich, seine Gesundheit wieder vollständig erlangt zu haben. Was hat ihm geholfen? 1) Die Füße wurden zuerst jeden Tag, dann jeden zweiten und später jeden dritten Tag mit Heublumen eingebunden, nämlich die Heublumen kamen auf die bloße Haut, ein Tuch wurde darüber gewunden, und zwar warm, zwei bis drei Stunden lang. 2) Jeden zweiten und später jeden vierten Tag mußte er ein Hemd anziehen, in Heublumen-Absud getaucht. Als die Geschwulst an den Füßen großenteils verschwunden war, bekam der Kranke jeden Tag einen Oberguß und Knieguß und auch Halbbäder. Dies wurde fünf Wochen fortgesetzt.
Grieß- und Steinleiden.