Um die Gesundheit zu bewahren und an Kräften zu gewinnen, war weiter nichts mehr notwendig als täglich eine Anwendung zur Abhärtung und zweimal wöchentlich ein Halbbad. Zufolge neuerdings gegebenen Nachrichten hielt die Besserung vollkommen an.
Ein Herr aus Ungarn kommt mit folgenden Angaben: „Mehr als ein Jahr bin ich in meinem Berufe unfähig wegen heftiger Kopfschmerzen und starken Schwindels. Am ganzen Körper habe ich intensives Beißen und Brennen, das mir oft den Schlaf raubt. Infolge des Leidens bin ich teilweise schmermütig und recht ängstlich.“
Nach wenigen Wochen trat vollkommene Genesung ein unter Gebrauch folgender Wasserkur: 1) Oberguß, gleich darauf Wassergehen; 2) Halbbad täglich; in der zweiten und dritten Woche dreimal ein Halbbad, täglich Oberguß und Knieguß; 3) späterhin Vollbäder und Oberguß mit Wassergehen.
Kopfleiden, nervöses.
Zwei Studenten mußten die Anstalt verlassen, ehe das Schuljahr zu Ende war. Sie hatten beide so viel Kopfleiden und Blutandrang in den Kopf, daß sie nicht mehr studieren, selbst nur mehr einige Minuten lesen konnten. Beide haben durch alle angewendeten Mittel keine Hilfe gefunden. Ich gab diesen armen Studierenden den einfachen Rat, sie sollen die meiste Zeit des Tages mit Barfußgehen, besonders im Tau zubringen; sie sollen wo möglich im Wald oder in irgend einem Bächlein jede Stunde einige Minuten hineinstehen, dazu noch täglich zwei, bei warmer Witterung sich drei Obergüsse geben lassen.
Die beiden Jungen befolgten diesen Rat, taten noch mehr, als verlangt wurde. Das sichtliche Besserwerden machte ihnen Mut, und sie gingen am Schluß der Vakanz gesund und freudig wieder in ihre Lehranstalt.
Wenn doch in den Anstalten, wo so viel geturnt wird, auch ähnliche Turnübungen vorgenommen würden, bei denen die Natur nicht erhitzt und aufgeregt, sondern beruhiget wird! Es ist unglaublich, welche Wirkung das Barfußgehen auf nasser Wiese oder im Tau ausübt.
Ein Mann von 45 Jahren kommt klagend zu mir und beginnt: „Die Ärzte erklären mein Leiden für nervöses Kopfleiden. Ohne Kopfbinde bin ich gar nie; ich habe manchmal einen unausstehlichen Druck am Hinterkopfe, bald rechts, bald links. Kommt das Leiden auf den Rücken, dann bekomme ich starkes Herzklopfen, oft mehrere Stunden lang. Der Appetit vergeht oft ganz; ich habe einen solchen Schwindel, daß ich nicht mehr allein gehen kann; deshalb mußte meine Frau mitreisen. Über alle diese Leiden aber geht mein Gemütsleiden. Ich habe eine solche trostlose Schwermut, daß ich mir schon oft den Tod gewünscht habe.“ Der Herr war ziemlich beleibt, die Gesichtsfarbe gelblich und abgestanden, der Leib stark gefüllt.
In 13 Tagen war der ganze Zustand wieder in Ordnung. Das Körpergewicht hatte viel abgenommen; Kopfweh und Schwindel waren verschwunden; statt dessen aber waren heitere Stimmung, guter Schlaf und Appetit zurückgekehrt.