Ein Franzose von Stand schreibt wörtlich: „Während mehrerer Jahre litt ich an Rheumatismus und hatte einen sehr starken Nasen- und Rachenkatarrh, der mir die eustachische Röhre angriff und dadurch das Gehör beschädigte.
In den Jahren 1877 und 1878 nahm ich während zweier Monate Douchen von Schwefelwasser in Aix-les-Bains in Frankreich, aber ohne den geringsten Erfolg.
Im Jahre 1879 riet man mir, den Lebenswecker von Baunscheidt zu probieren; ich folgte diesem Rat und unterzog mich 5–6 Wochen lang einem wahren Martyrium; denn jede Woche setzte man mir diesen Lebenswecker auf den ganzen Rücken, ins Genick und hinter die Ohren. Dieses brachte die schöne Wirkung hervor, daß mein nervöser Zustand und mein Katarrh wenigstens um die Hälfte zunahm!!
Im Juli 1879 ging ich zum besten Ohrenarzt in Straßburg, auch dieser fand kein Mittel, meinen Nasen- und Rachenkatarrh zu beseitigen. Da mein Gehör krank war und der Katarrh sich immer mehr fühlbar machte in der eustachischen Röhre, so suchte ich überall nach einem Arzt, der mir helfen sollte. Durch eine besondere Gelegenheit kam ich nach Aachen, wo Dr. Schw. (Kehlkopfarzt) mir angeraten wurde. Dieser versuchte, binnen 3–4 Wochen mich zu heilen durch Ätzen mit Höllenstein. In der dritten Woche bekam ich den Typhus, wie ich meine, infolge der allzu großen Nervenreizung, welche das Ätzen des Höllensteins mir verursachte. Es war der schlimme Fleckentyphus, der mich so heftig angriff, daß ich 41,2 Grad Fieber bekam. Als Blutungen eintraten, verzweifelte man an meiner Rettung. Von den vielen Einspritzungen verschiedener Giftmittel will ich hier gar nicht reden.
Nach sechs Wochen kam ich wieder zum Leben zurück, aber eine vollständige Genesung trat nicht ein. Seit dem Typhus (Spätjahr 1879) war ich in einem fortwährend leidenden Zustande; Magen und Unterleib waren sehr angegriffen. Die leichtesten Speisen taten mir wehe, und Stuhlgang hatte ich nie ohne Klistier. Ich war so reizbar, daß ich mir bei der geringsten Aufregung nicht zu helfen wußte. Nie konnte ich vor 12 Uhr nachts zur Ruhe kommen. Infolge des Typhus hat auch mein Katarrh und die Ohrenkrankheit sehr zugenommen. Fast war ich taub geworden.
Im Jahre 1880 ging ich nach Paris zu dem berühmten Ohrenarzt Dr. D. — ohne Erfolg. Von Paris ging ich nach Lyon zum Ohrenarzt Dr. I., alles ohne den geringsten Erfolg.
Alles Inhalieren, alles Ätzen, das ich wieder während 5–6 Wochen anwandte, half nichts. Im Jahre 1881 brachte ich fünf Monate im Spital zu Straßburg zu. Der Arzt wollte vor allem den Magen und Unterleib heilen. Aber man wußte mir schließlich nichts weiter zu verordnen als eine Milchkur, mit der ich viele Jahre lang erbärmlich durchkommen mußte.“
Soweit der Kranke, der, als er bei mir ankam, nur noch einer wandelnden Leiche glich. Mag wohl das Wasser in solchen verzweifelten und veralteten Fällen noch Hilfe, wenigstens Linderung bringen?