Landleute, welche mehr beschränkt sind in Zeit und Mitteln, nehmen diesen Wickel am einfachsten, indem sie ein paar nasse Socken und darüber trockene Wollstrümpfe anziehen und sich dann während der Anwendungszeit ins Bett legen unter eine gute Zudecke.

Wem dieses nicht behagt, der tauche grobe leinene Lappen oder eine Linnenbinde in halb Wasser, halb Essig, umwinde damit die Füße bis über die Knöchel, bringe den trockenen Umschlag, am besten eine Woll- oder Flanellbinde, darüber und decke sich im Bette ordentlich zu.

Die Anwendung dauert 1–1½–2 Stunden und schreibt stets das Bett vor.

Entwickelt sich starke Hitze, und handelt es sich bei der betreffenden Anwendung gerade um deren Ableitung wie z. B. bei der Lungen-, der Brustfellentzündung, bei Entzündung im Unterleibe, so soll der Wickel wiederholt, bei jeder größern Hitze neu eingetaucht werden.

In allen Fällen, in denen es sich darum handelt, krankhafte Säfte aus den Füßen auszuziehen, bei Entzündungen die Hitze zu nehmen, das Blut vom oberen Körper nach unten zu ziehen, leistet dieser Fußwickel treffliche Dienste.

Man verwechsle ihn nicht mit dem Fußbade und seinen Wirkungen! Wie die Dauer des Fußbades eine bedeutend kürzere, so ist seine Wirkung eine beschränktere. Wohl leitet auch es die Wärme, das Blut in die Füße; aber eine Reinigung, eine Ausleitung verdorbener Säfte aus den Füßen vermag kein kaltes und kein warmes Fußbad zustande zu bringen.

Eine Anwendung dieses Wickels darf ich nicht vergessen.

Wer diese Wasserübungen am Abend ertragen kann, der ziehe nasse Socken an beim Schlafengehen, darüber natürlich stets trockene. So verliert er absolut keine Zeit; er wird prächtig schlafen und braucht auf keine bestimmte Zeitdauer acht zu haben. Nur das eine merke er sich, daß er beim Aufwachen in der Nacht oder in der Morgenfrühe die nassen Socken ungesäumt weggibt.

Landleuten, die abends recht müde sind, zieht dieser Sockenwickel alle Müdigkeit aus den Füßen, noch gründlicher als das kalte Fußbad.