Wer an kalten Füßen leidet, probiere einmal diese Nachtwickel. Auch Fußschweißlern habe ich dieselben oft mit Erfolg angeraten, jedoch erst nachdem mehrere Fußdämpfe vorangegangen waren.
b) Den Wickel über die Knie.
Kräftiger als der eigentliche Fußwickel in der unter a) beschriebenen Weise wirkt ein Wickel bis über die Knie.
Die nasse Linnenbinde, welche beim Fußwickel bis über die Fußknöchel reicht, wird fortgesetzt, fortentwickelt bis über die Knie und gut mit trockener, am besten wollener Umhüllung versehen.
Die Dauer dieses Wickels, auch das andere Verhalten ist dasselbe wie beim Fußwickel a.
Zur Ausleitung von Hitze im Oberkörper, zur Hebung großer Müdigkeit, speziell zur Lösung quälender Winde, versessener Gase empfehle ich den Wickel angelegentlich.
Man verwechsle ihn nicht mit dem bei den Halbbädern genannten „ins Wasserstehen bis über die Knie“. Diese Anwendung ist rein stärkender, nie ableitender Natur.
5. Der Unterwickel
führt seinen Namen aus dem Grunde, weil er hauptsächlich gegen Gebrechen des Unterleibes und der Füße gerichtet und deshalb der speziell dem Unterleibe zugedachte Wickel ist. Er beginnt unter den Armen und reicht bis über die Fußspitzen. Der oberste Teil des Oberkörpers, die Schultern mit den Armen, die frei bleiben, sind unberührt und müssen, wenn der Behandelte zu Bette liegt, gut mit dem Hemde, besser noch mit wärmerer Bekleidung bedeckt werden, daß von oben her nicht etwa Luft eindringe.
Der Unterwickel wird also bereitet und genommen: Auf das die Matratze oder den Strohsack bedeckende Leintuch wird der Länge nach eine möglichst breite Wolldecke ausgebreitet. Das zum Wickel bestimmte Linnen soll so groß sein, daß es zum mindesten zweimal, in manchen Fällen 3–4 mal um den Körper und bis über die Fußspitzen hinaus reicht (2–3–4fache „Fätschung“). Man nimmt es am besten doppelt gefaltet, taucht es in kaltes Wasser, windet es aus, so daß es nicht mehr triefet, und legt es in Form eines Rechteckes auf den bereit liegenden Wollteppich ins Bett. Auf der nassen Unterlage nun nimmt man Platz, schlägt sie rechts und links ein, aber so, daß Naß über Naß geht und keine Stelle des Unterleibes unbedeckt bleibt. Darüber wird die unter dem nassen Linnen gebreitete Wolldecke als schützende und luftabschließende Hülle zusammengezogen und das Ganze mit dem Federbett sorgfältig zugedeckt. Die Füße werden meistens noch eine Extrazudecke erfordern. (Siehe [Abbildung].)