Fig. 25.

Die Sache ist nicht so verwickelt, wie es beim Lesen erscheinen könnte, der ganze Hergang kann dadurch erleichtert werden, daß der Behandelte außer Bett, vielleicht mit Badehosen bekleidet, den nassen Wickel vorschriftsmäßig um sich hüllt und sich derart eingehüllt auf die ausgebreitete Wolldecke legt. Jetzt kann ihm, damit alles rasch ohne Verzug geschieht, daß er möglichst geringe Zeit der Luft ausgesetzt ist, leicht jemand behilflich sein, das ist den nassen Wickel etwas glätten, zurecht legen, die Ränder anschließend machen, besser übereinander legen, den Patienten endlich sorglich zudecken.

Freilich ist die Sache stets etwas umständlich, doch wie mir scheinen will, einfacher und leichter als ein Umwickeln mit eigens dazu bereiteten Binden, welche ich bei größeren und den größten Wickeln nie verwende.

Bei einiger Praxis ergibt sich ein Vorteil nach dem andern. Ich kenne viele, die ohne Mühe und in kürzester Zeit (das ist eine Hauptsache) sämtliche größeren Wickel sich selbst allein zu bereiten und umzulegen wissen.

Hier schon möge eine Bemerkung Platz finden, die manchen das beim Lesen empfundene Schauern oder Kaltüberrieseln nehmen wird.

Wer die Furcht vor dem kalten Wasser nicht überwinden kann, wer wenig Naturwärme, zartere Nerven usw. hat, tauche den Wickel ganz ruhig in heißes Wasser ein.

Schwächlichen, gebrechlichen, blutarmen, namentlich älteren Leuten mache ich diese Eintauchung nicht gerade zur strengen Vorschrift, gebe ihr aber stets den Vorzug.

Die Anwendung des Unterwickels dauert 1, 1½, manchmal 2 Stunden. Das anfängliche Kältegefühl wird bald einer angenehmen Wärme weichen.