Und dann beginnt sie ihre Wanderung von neuem wieder. Die Züge werden schlaff, der Blick wendet sich nach innen. Die Gräfin und Frau Scharling müssen sie verlassen.

Sobald sie zu den Tanzenden zurückgekehrt sind, geht die junge Gräfin direkt auf Gösta Berling zu.

»Ich soll Herrn Berling von der Majorin grüßen«, sagt sie. »Sie erwartet, daß Herr Berling sie aus ihrem Gefängnis befreien wird.«

»Da kann sie lange warten, Frau Gräfin!«

»Ach, helfen Sie ihr doch, Herr Berling!«

Gösta schaut finster vor sich nieder. »Nein,« sagt er, »weswegen sollte ich ihr helfen? Wofür schulde ich ihr Dank? Alles, was sie getan hat, ist zu meinem Unglück gewesen.«

»Aber Herr Berling ...«

»Wäre sie nicht gewesen,« erwidert er heftig, »so schliefe ich jetzt dort oben in den ewigen Wäldern. Bin ich verpflichtet, mein Leben für sie zu wagen, weil sie mich zum Kavalier auf Ekeby gemacht hat? Glauben Frau Gräfin, daß das ein sehr ehrenvolles Amt ist?«

Ohne zu antworten, wendet sich die junge Gräfin von ihm ab. Sie ist zornig.

Mit bitteren Gedanken über die Kavaliere begibt sie sich an ihren Platz. Mit Waldhorn und Violinen sind sie hierhergekommen und wollen die Bogen über die Saiten fahren lassen, bis sie zerspringen, ohne daran zu denken, daß die lustigen Töne zu der Gefangenen in das elende Zimmer hinüberdringen. Sie sind hierhergekommen, um zu tanzen, bis die Schuhsohlen durchgetreten sind, und denken nicht daran, daß ihre alte Wohltäterin ihre Schatten an den betauten Fensterscheiben vorübergleiten sehen kann! Ach, wie grau und häßlich doch die Welt wird! Ach, welche Schatten doch die Not und die Hartherzigkeit der Menschen in die Seele der jungen Gräfin werfen!