Nach einer Weile kommt Gösta und fordert sie zum Tanz auf.

Sie sagt nein, geradezu nein!

»Wollen Frau Gräfin nicht mit mir tanzen?« fragt er tief errötend.

»Weder mit Ihnen noch mit irgendeinem von den Kavalieren«, antwortet sie.

»Sind wir einer solchen Ehre nicht würdig?«

»Es ist keine Ehre, Herr Berling! Aber ich finde kein Vergnügen daran, mit Leuten zu tanzen, die das Gebot der Dankbarkeit vergessen.«

Gösta hat sich bereits auf dem Absatz umgedreht.

Gar viele sind Augen- und Ohrenzeugen dieser Szene gewesen. Alle geben der Gräfin recht. Die Undankbarkeit und Herzlosigkeit der Kavaliere gegen die Majorin hat eine allgemeine Entrüstung wachgerufen.

Aber in jenen Tagen ist Gösta Berling gefährlicher als ein wildes Tier des Waldes. Seit dem Augenblick, wo er von der Jagd heimkehrte und Marianne nicht mehr vorfand, ist sein Herz wie eine offene Wunde gewesen. Er hat die größte Lust, irgend jemand ein blutiges Unrecht zuzufügen, Kummer und Sorge über weite Kreise zu verbreiten.

Wenn sie es so haben will, sagt er zu sich selber, so soll es ihr werden. Aber sie soll nicht geschont werden. Die Gräfin schwärmt ja für Entführungen. Das Vergnügen soll ihr werden. Er hat nichts gegen ein Abenteuer einzuwenden. Acht Tage lang hat er um eine Frau getrauert. Das ist lange genug. Er ruft Beerencreutz, den Oberst, Christian Bergh, den starken Hauptmann, und den saumseligen Vetter Kristoffer, der stets zu einem verwegenen Abenteuer aufgelegt ist, und beratschlagt mit ihnen, wie man die gekränkte Ehre des Kavalierflügels retten soll.