Don Juan eilt die Brobyer Hügel hinab, an die eisbedeckte Fläche des Sees. Das stolze Roß fliegt dahin. Eiskalte Luft umsaust schneidend die Wangen der Fahrenden. Die Schellen läuten. Die Sterne und der Mond funkeln. Der Schnee liegt blauweiß und schimmert mit seinem eigentümlichen Glanz.

Gösta fühlt poetische Gedanken in sich erwachen.

»Beerencreutz,« sagt er, »dies ist das Leben. So wie Don Juan mit dieser jungen Dame enteilt, so entflieht die Zeit mit den Menschen. Du bist die bittere Notwendigkeit, die das Gefährt lenkt. Ich bin das Verlangen, das den Willen gefangen hält. Und so wird der Machtlose tiefer und tiefer hinabgezogen.«

»Rede nicht so viel«, brüllt Beerencreutz. »Jetzt sind

sie uns auf den Fersen.« Und mit sausendem Peitschenschlag treibt er Don Juan zu immer wilderer Fahrt an.

»Da sind die Wölfe, hier ist die Beute«, ruft Gösta.

»Don Juan, mein Junge, bilde dir ein, daß du ein junges Elentier bist. Stürze durch das Gestrüpp, wate durch das Moor, springe vom Felsabhang hinab in den klaren See, schwimme mit keck erhobenem Haupt darüber hin und verschwinde, verschwinde in der errettenden Finsternis des dichten Tannenwaldes. Laufe, Don Juan, alter Frauenräuber! Laufe wie ein junges Elentier!«

Sein wildes Herz schwillt vor Jubel bei der blitzschnellen Fahrt. Die Schreie der Verfolger sind ihm ein Jubelgesang. Sein wildes Herz schwillt vor Jubel, als er bemerkt, daß die Glieder der Gräfin vor Schreck erbeben, als er ihre Zähne klappern hört.

Plötzlich löst sich der eiserne Griff, mit dem er sie festgehalten hat. Er richtet sich hoch im Schlitten auf und schwingt die Mütze.

»Ich bin Gösta Berling!« ruft er, »Herr über tausend Küsse und dreizehntausend Liebesbriefe. Hurra! für Gösta Berling! Fange ihn, wer da kann!«