Und im nächsten Augenblick flüstert er der Gräfin ins Ohr: »Ist dies nicht eine herrliche Fahrt? Ist es nicht eine königliche Fahrt? Hinter dem Löfsee liegt der Wenersee, hinter dem Wenersee liegt das Meer. Überall unendliche Flächen von spiegelblankem, blauschwarzem Eis und dahinter wieder eine strahlende Welt. Rollender Donner in dem krachenden Eis, gellende Rufe hinter uns, Sternschnuppen in der Luft und Schlittengeläute vor uns. Vorwärts! Immer vorwärts! Haben Sie Lust, diese Reise mit mir zu machen, schöne junge Frau Gräfin?«

Er hat sie freigegeben. Sie stößt ihn heftig von sich.

Im nächsten Augenblick liegt er zu ihren Füßen auf den Knien.

»Ich bin ein Elender, ein Elender! Die Frau Gräfin hätte mich nicht reizen sollen. Sie standen so stolz und fein da und glaubten, daß eine Kavalierfaust Sie niemals erreichen könne. Himmel und Erde lieben Sie. Sie sollten den nicht noch mit Steinen belasten, der von Himmel und Erde verachtet ist.«

Er ergreift ihre Hände und führt sie an sein Gesicht.

»Wenn Sie nur wüßten,« sagt er, »was es heißt, zu wissen, daß man ein Ausgestoßener ist. Es ist einem einerlei, was man tut, ganz einerlei.«

Im selben Augenblick bemerkt er, daß sie nichts an den Händen hat. Er nimmt ein Paar große Pelzhandschuhe aus der Tasche und zieht sie ihr an. Und dann ist er plötzlich ganz ruhig geworden. Er setzt sich im Schlitten zurecht, so weit wie nur möglich von der jungen Gräfin entfernt.

»Die Frau Gräfin brauchen sich nicht zu fürchten«, sagt er. »Sehen die Frau Gräfin nicht, wohin wir fahren? Sie werden doch begreifen können, daß wir Ihnen kein Leides antun wollen.«

Sie ist beinahe ganz besinnungslos gewesen vor Schrecken, aber nun sieht sie, daß sie schon über den See gefahren sind und daß Don Juan jetzt die steilen Hügel bei Borg hinaufkeucht. Sie halten das Pferd vor der Treppe zum Hauptgebäude an und lassen die junge Gräfin an der Tür ihres eigenen Hauses absteigen.

Als sie sich aber von der Dienerschaft umringt sieht,