»Aber Henrik! Du solltest mich ja beschützen!«
Gösta Berling war jetzt, wo es zu spät war, aufmerksam geworden. Er wußte nicht, was er tun sollte. Er meinte es so gut mit ihr. Aber er wagte nicht, sich zwischen Mann und Frau zu drängen.
»Wo ist Gösta Berling?« fragte der Graf.
»Hier«, sagte Gösta. Und er machte einen mißglückten Versuch, das Ganze als Scherz darzustellen. »Der Herr Graf waren gewiß dabei, eine Rede zu halten, und ich schlief ein! Was meinen der Herr Graf dazu, wenn wir jetzt nach Hause führen und Sie zu Bette gehen ließen?«
»Gösta Berling! Sintemal meine Gattin sich geweigert hat, mit dir zu tanzen, befehle ich, daß sie deine Hand küssen und dich um Verzeihung bitten soll.«
»Mein lieber Graf Henrik,« sagt Gösta lächelnd, »das ist keine Hand, geeignet von einer jungen Dame geküßt zu werden. Gestern war sie rot von dem Blut eines erlegten Elentiers, morgen ist sie schwarz von Ruß nach einer Schlägerei mit einem Köhler. Der Graf hat ein edles, hochherziges Urteil gefällt. Das ist eine hinreichende Genugtuung. Komm, Beerencreutz!«
Der Graf stellte sich ihm in den Weg. »Geh nicht«, sagt er. »Meine Frau muß mir gehorchen. Ich will, daß meine Gemahlin erfährt, wozu es führt, wenn sie eigenmächtig handelt.«
Gösta blieb unschlüssig stehen. Die Gräfin stand bleich da, rührte sich aber nicht.
»Geh!« sagte der Graf.
»Henrik, ich kann nicht!«