»Du kannst!« sagte der Graf hart. »Du kannst. Aber ich weiß, was du willst. Du willst mich zwingen, mich mit dem Manne zu duellieren, den du in deiner Launenhaftigkeit nicht leiden kannst. Wohlan! Wenn du ihm keine Genugtuung geben willst, so will ich es. Es ist stets ein besonderes Vergnügen für eine Frau, wenn Männer ihretwegen getötet werden. Du hast den Fehler begangen, willst ihn aber nicht sühnen. Ich werde mich duellieren, Frau Gräfin! In wenigen Stunden werde ich eine blutige Leiche sein.«

Sie schaute ihn mit einem langen Blick an. Und sie sah ihn so, wie er war: dumm, feige, aufgeblasen vor Hochmut und Eitelkeit, der elendeste Mensch, den man sehen kann.

»Beruhige dich«, sagte sie. Und sie war kalt wie Eis. »Ich werde es tun.«

Jetzt aber geriet Gösta Berling ganz außer sich.

»Das dürfen die Frau Gräfin nicht! Nein, Sie dürfen es nicht! Sie sind ja nur ein Kind, ein schwaches, unschuldiges Kind, und Sie sollten meine Hand küssen! Sie haben eine so reine und schöne Seele. Ich werde nie wieder in Ihre Nähe kommen, nie wieder! Ich bringe Tod und Verderben über alles, was gut und unschuldig

ist. Sie sollen mich nicht anrühren. Ich schrecke vor Ihnen zurück wie das Feuer vor dem Wasser. Sie dürfen es nicht tun!«

Er hielt die Hände auf dem Rücken.

»Es schadet mir nichts, Herr Berling! Jetzt schadet es mir nicht mehr. Ich bitte Sie um Verzeihung! Ich bitte Sie, lassen Sie mich Ihre Hand küssen!«

Gösta hielt seine Hände noch immer auf dem Rücken. Er ließ den Blick durch den Saal schweifen und näherte sich der Tür.

»Wenn du die Genugtuung nicht annimmst, die meine Frau dir bietet, muß ich mich mit dir duellieren, Gösta Berling, und muß ihr außerdem eine noch härtere Strafe auferlegen.«