»Ich meine, Fräulein Anna hätte Gösta Berling nicht von sich lassen sollen.«
»Es war Gottes Wille.«
»Jawohl, so geht es. Die Entsagung ist vom Guten und die Liebe ist vom Bösen. Der gute Gott mag die Menschen nicht glücklich sehen. Er sendet Wölfe nach ihnen aus; aber setzen Sie nun einmal den Fall, daß es nicht Gott war, der sie sandte, Fräulein Anna. Hätte ich es nicht ebensogut sein können, der meine kleinen grauen Lämmer vom Hochgebirge holte und sie hinter dem jungen
Manne und dem jungen Mädchen dreinsandte? Wenn ich Ihnen nun die Wölfe gesandt hätte, weil ich nicht einen von denen verlieren wollte, die mir gehören? Wenn es nun gar nicht Gott war, der es getan hat?«
»Sie sollen mich nicht verlocken, an der Sache zu zweifeln,« sagt Anna mit schwacher Stimme, »denn dann bin ich verloren.«
»Sehen Sie einmal her,« sagt Sintram und beugt sich über den schlafenden Gösta Berling, »sehen Sie seinen kleinen Finger an. Die Wunde da heilt niemals. Der entnahmen wir das Blut, als er den Pakt unterschrieb. Er gehört mir. Es liegt eine große Kraft im Blute. Er ist mein. Nur die Liebe kann ihn lösen; aber wenn ich ihn behalten darf, soll er schon gut werden.«
Anna Stjärnhök kämpft und kämpft, um den Zauber abzuschütteln, der sie ergriffen hat. Dies ist ja Wahnsinn, der reine Wahnsinn! Niemand kann seine Seele dem Bösen verschreiben. Aber sie hat keine Macht über ihre eigenen Gedanken, die Dämmerung lastet schwer auf ihr, der Wald steht finster und schweigend da. Sie kann sich nicht von dem unheimlichen Entsetzen des Augenblicks befreien.
»Meint Fräulein Anna vielleicht,« fährt Sintram fort, »daß nicht viel Gutes mehr an ihm ist? Glauben Sie das nicht! Hat er je Bauern geplagt, hat er je arme Freunde betrogen? Hat er je falsch gespielt? Ist er, Fräulein Anna, ist er je der Geliebte einer verheirateten Frau gewesen?«
»Ich glaube, Sie sind der Böse selber!«
»Lassen Sie uns tauschen, Fräulein Anna! Nehmen Sie Gösta Berling und verheiraten Sie sich mit ihm! Behalten Sie ihn und geben Sie denen auf Berga Geld! Ich will ihn Ihnen abstehen, denn Sie wissen ja, daß