»Aber ich habe nicht den Mut gehabt, dem Manne zu sagen, daß er ihr Mörder sei. Ich habe nicht den Mut gehabt, ihm die Last einer solchen Qual auf die Schultern zu legen. Und doch – er, der sich ihre Liebe durch Lügen erschlichen, war er nicht ihr Mörder? War er das nicht, Elisabeth?« –

Die junge Gräfin hat schon lange aufgehört, mit den blauen Blumen zu spielen. Jetzt erhebt sie sich, und der Strauß fällt zu Boden.

»Anna, du führst mich die ganze Zeit hinters Licht. Du sagst, es sei eine alte Geschichte, der Mann sei bereits lange tot. Aber ich weiß sehr wohl, daß kaum fünf Jahre seit Ebba Dohnas Tode verstrichen sind, und du sagst ja, daß du selber alles erlebt hast. Du bist nicht alt! – Sage mir nun, wer der Mann ist!«

Anna Stjärnhök fängt an zu lachen.

»Du wolltest ja eine Liebesgeschichte haben! Nun hast du eine bekommen, die dir sowohl Tränen als auch Unruhe gekostet hat.«

»Ist die Geschichte denn nicht wahr?«

»Es ist ein Hirngespinst von Anfang bis zu Ende!«

»Du bist abscheulich, Anna!«

»Das mag sein. Ich bin auch nicht glücklich, damit du es nur weißt! – Aber die Damen sind erwacht, und die Herren sind in den Saal gekommen. Laß uns hineingehen!«

In der Tür hält Gösta Berling sie zurück, der gekommen ist, um nach den jungen Damen zu sehen.