Qual! Wie soll ich sühnen die Sünde, Daß den Sturm ich erregt in der Brust dem schuldlosen Kinde Und es gefesselt an mich in jener unseligen Stunde!«

»Gösta!« sagt Anna in scherzendem Ton, während die Angst ihr die Kehle zusammenschnürt. »Man sagt von dir, daß du mehr Gedichte erlebt hast, als andere geschrieben haben, die sich doch ihr Leben lang mit nichts weiter beschäftigen; aber du tust sicher am besten, auf deine eigene Art und Weise zu dichten: das Gedicht da ist Nachtarbeit!«

»Du bist kein milder Richter.«

»Und so etwas von Tod und Elend vorzulesen! Schämst du dich nicht?«

Gösta hört nicht mehr auf ihr Reden; unverwandt sieht er die junge Gräfin an. Sie sitzt starr und unbeweglich wie eine Bildsäule. Er glaubt, daß sie kurz davor ist, in Ohnmacht zu fallen.

Aber mit unendlicher Mühe bringt sie ein Wort hervor: »Geh!« sagt sie.

»Wer soll gehen? Soll ich gehen?«

»Der Pfarrer soll gehen«, stammelt sie.

»Elisabeth! So schweig doch.«

»Der vertrunkene Pfarrer soll mein Haus verlassen!«