»Anna! Anna!« fragt Gösta. »Was meint sie nur?«
»Es ist am besten, wenn du gehst, Gösta.«
»Weshalb soll ich gehen? Was hat dies alles zu bedeuten?«
»Anna,« sagt Gräfin Elisabeth, »sag es ihm, sag es ihm.«
»Nein, Gräfin, sagen Sie es selber!«
Die Gräfin beißt die Zähne zusammen und sucht ihrer Bewegung Herr zu werden.
»Herr Berling,« sagt sie und geht auf ihn zu, »Sie haben ein merkwürdiges Talent, die Leute vergessen zu machen, wer Sie sind. Ich habe es bis auf den heutigen Tag nicht gewußt. Ich habe soeben von Ebba Dohnas Tode erzählen hören und habe erfahren, daß nur die Gewißheit, daß der Mann, den sie liebte, ihrer nicht wert war, sie in den Tod getrieben hat. Aus Ihrem Gedicht ersehe ich, daß Sie dieser Mann sind. Ich begreife nicht, wie ein Mann mit Ihrer Vergangenheit sich vor den Augen einer anständigen Frau sehen lassen darf. Ich verstehe das nicht, Herr Berling. Bin ich jetzt deutlich genug geworden?«
»Frau Gräfin sind deutlich genug geworden. Ich will nur ein einziges Wort zu meiner Verteidigung sagen. Ich habe in dem festen Glauben gelebt, daß Sie alles von mir wußten. Ich habe nie versucht, etwas zu verbergen; aber es ist nicht angenehm, das bitterste Unglück seines Lebens auf Straßen und Gassen ausschreien zu hören, geschweige denn, es selbst auszuposaunen.«
Er geht, und im selben Augenblick setzt Gräfin Dohna den schmalen Fuß auf den Strauß blauer Sterne.
»Jetzt hast du getan, was ich wollte,« sagte Anna Stjärnhök hart zu der Gräfin, »aber jetzt hat es auch ein Ende mit unserer Freundschaft. Du mußt nicht glauben, daß ich dir deine Grausamkeit gegen ihn verzeihen werde. Du hast ihn von dir gewiesen, hast ihn verhöhnt und verletzt und ich folgte ihm gern ins Gefängnis und auf die Bettelbank, wenn es sein müßte. Ich will ihn bewachen und bewahren. Du hast getan, was ich wollte, aber ich verzeihe es dir niemals!«