»Benimm dich, wie es sich für eine Gräfin Dohna geziemt, sonst muß ich meine Mutter bitten, dich wie ein Kind zu züchtigen.«
»Tue mit mir, was du willst!«
Da fiel das Urteil des Grafen: »Meine Mutter hat für dich gebeten, deswegen darfst du hier in meinem Hause wohnen. In Zukunft aber wird sie befehlen, und du wirst gehorchen.«
Seht den Weg der Buße!
Die junge Gräfin ist die Geringste von allen Dienstmägden geworden. Wie lange, ach, wie lange?
Wie lange wird ein stolzes Herz sich beugen können? Wie lange werden ungeduldige Lippen schweigen können, wie lange wird eine heftige Hand zurückzuhalten sein?
Wohltuend ist das Elend der Erniedrigung. Während der Rücken von der harten Arbeit schmerzt, schweigt das Herz. Zu dem, der nur wenige kurze Stunden auf einem harten Strohlager schläft, kommt der Schlaf ungerufen.
Selbst wenn sich die alte Frau in einen bösen Geist verwandelt, um die junge hinreichend peinigen zu können, so dankt sie ihrer Wohltäterin. Noch ist das Böse nicht in ihr erstorben. Jage die Todmüde des Morgens um vier Uhr auf! Gib der ungeübten Arbeiterin ein unmäßiges Tagewerk an dem schweren Webstuhl! Das ist gut. Die Büßerin hat vielleicht selber nicht Kraft genug, die Geißel mit genügender Heftigkeit zu schwingen.
Als die große Frühlingswäsche kommt, läßt Gräfin Märta sie an dem Waschzober im Waschhaus stehen. Sie kommt selbst, um sich nach ihrer Arbeit umzusehen. »Dein Wasser ist zu kalt«, sagt sie, schöpft siedendes Wasser aus einem Kessel und gießt es über ihre nackten Arme.