»Ist das Licht herabgebrannt, so laß den Leuchter brennen«, erwidert Gräfin Märta.

Und sie gehen weiter, bis der qualmende Docht auf der verbrannten Hand erlischt.

Aber dies sind nur Kleinigkeiten. Es gibt Qualen für die Seele, die alle körperliche Pein übersteigen. Gräfin Märta ladet Besuch ein und läßt die Hausfrau die Gäste an ihrem eigenen Tische bedienen.

Siehe, dies ist der große Tag der Bußfertigen! Fremde Menschen sollen sie in ihrer Erniedrigung sehen. Sie sollen sehen, daß sie nicht mehr würdig ist, an ihres Mannes Tische zu sitzen.

O, mit welchem kalten Hohn werden die kalten Blicke nicht auf ihr ruhen!

Aber es soll tausendmal schlimmer werden! Kein Blick begegnet dem ihren. Alle am Tische, Männer wie Frauen, sitzen schweigsam, verstimmt da.

Sie aber sammelt das alles wie glühende Kohlen und legt sie auf ihr Haupt. Ist ihre Sünde denn so erschrecklich? Ist es eine Schande, in ihrer Nähe zu weilen?

Und dann kommt die Versuchung: Anna Stjärnhök, die ihre Freundin gewesen ist, und der Amtmann aus Munkernd, Annas Tischnachbar, umarmen sie, als sie zu ihnen kommt, nehmen ihr die Bratenschüssel aus der Hand, schieben ihr einen Stuhl hin und wollen sie nicht loslassen.

»Setz dich zu uns, mein Kind«, sagt der Amtmann; »du hast nichts Böses getan.«

Und wie aus einem Munde erklären alle Gäste, wenn sie nicht am Tische sitzen bleibt, so werden sie das Haus verlassen. Sie sind keine Büttel. Sie tanzen nicht nach Gräfin Märtas Pfeife. Sie lassen sich nicht so leicht zum Narren haben wie der schwachsinnige Graf!