Sie ging nicht mit leichten Schritten, denn sie glaubte sich nicht mit Gott versöhnt. Aber trotzdem war sie froh darüber, daß sie in Zukunft die Last ihrer Sünde unter Fremden tragen sollte. Gleichgültige Blicke sollten auf ihr ruhen, lindernd wie kalter Stahl, der auf ein geschwollenes Glied gelegt wird.

Sie wollte gehen, bis sie eine armselige Hütte am

Waldesrande fand, wo niemand sie kannte. »Ihr seht, wie es um mich steht,« wollte sie sagen, »und meine Eltern haben mich fortgejagt. Gebt mir Nahrung und Kleider und ein schützendes Dach, bis ich mir selbst mein Brot verdienen kann. Ich bin nicht ganz ohne Geld.«

Und so wanderte sie in der hellen Juninacht dahin, denn der Mai war unter ihren schweren Leiden verstrichen. Ach, der Mai, die schöne Zeit, in der die Birken ihr lichtes Grün mit dem Dunkel der Tannenwälder vermischen, wo der Südwind von weither wärmegesättigt über das Meer kommt.

Ich muß undankbarer als andere erscheinen, die du mit deinen Gaben erfreut hast, du schöner Monat! Nicht mit einem Wort habe ich deine Schönheit gepriesen.

Ach, Mai, du lieber, heller Monat! Hast du jemals ein Kind beachtet, das auf seiner Mutter Schoß sitzt und Märchen erzählen hört? Solange das Kind von grausigen Kämpfen und dem bitteren Leiden schöner Prinzessinnen hört, hält es Kopf und Augen offen, wenn aber die Mutter anfängt, von Glück und Sonnenschein zu reden, schließt das Kind die Augen und entschlummert sanft, den Kopf gegen ihre Brust geschmiegt.

Sieh, du schöner Monat, so ein Kind bin auch ich. Laß andere den Erzählungen von Blumen und Sonnenschein lauschen, ich für mein Teil, ich wähle die dunklen Nächte voller Erscheinungen und Abenteuer, ich wähle die dunklen Geschicke, die trauererfüllten Leidenschaften der verirrten Herzen.

Das Ekebyer Eisen

Es war Frühling, und aus allen Eisenwerken Wermlands sollte das Eisen nach Göteborg gesandt werden.