Gustav Bendix nimmt ihn bei der Hand und führt ihn auf das Kontor.
»Nun will ich dir etwas Wunderbares zeigen, lieber Bruder«, sagt der alte Spaßmacher und nimmt ein paar kleine Stahlfeilen aus der Schublade.
»Kannst du wohl raten, wo ich sie gefunden habe?« Und dabei sieht er ihm mit schrecklichem Ernst ins Gesicht.
Nein, das kann Gösta nicht erraten.
»Siehst du, hier!« Und er nimmt eine große tote Ratte aus derselben Schublade, und dann zeigt er Gösta,
daß die Ratte keine gewöhnlichen Vorderzähne im Maul gehabt hat, sondern ein paar Stahlfeilen.
»Was sagst du dazu, lieber Bruder?« fährt Gustav Bendix fort. »Sieh, das finde ich unrecht vom lieben Gott. Eine solche Ratte kann ja Eisen fressen. Das tun diese kleinen Teufel. All unser Stangeneisen haben sie aufgefressen. Auch nicht ein Schiffspfund ist übriggeblieben. Als ich gestern in den Speicher komme, ist die ganze Bescherung weg, der Speicher ist wie reingefegt. Es war nichts weiter übrig als ein paar Späne und eine tote Ratte; aber die beiden Feilen saßen in ihrem Maul, und da begriff ich ja, wie das Ganze zugegangen war. Willst du die Feilen haben? Sie sind doch recht interessant.«
Und da wendet er sich mit seinem bekümmerten Gesicht nach Gösta Berling um, der auf einen Kontorstuhl niedersinkt und nahe daran ist, vor Lachen umzukommen, obwohl es ja nicht das erstemal ist, daß er hört, daß die Ratten auf den Eisenwerken das Eisen auffressen.
So kehrt Gösta nach Ekeby heim, und die Kavaliere betrachten mit finsteren Mienen die paar Zentner, die sich auf Lager befinden, und sie beugen die Häupter voller Trauer und Scham, denn sie hören, wie die ganze Natur über Ekeby hohnlacht, und glauben zu vernehmen, wie die Erde vor Schluchzen erbebt, wie das Gras und die Blumen klagen, daß es aus ist mit der Ehre von Ekeby.