»Ja, das ist einerlei! Aber es ist etwas verschwunden. Ich frage nur, ob Er heute jemand über den Strom gesetzt hat?«

Auf die Weise bekam er natürlich nichts zu wissen, und die Gräfin Märta mußte selbst mit dem Burschen sprechen. Eine Minute später wußte sie, daß die Vermißte sich an Bord einer der langsam dahingleitenden Prähme befand.

»Was für Leute sind da auf den Prähmen?«

»Ach, das sind ja die Kavaliere, wie wir sie nennen.«

»Ach!« sagt die Gräfin. »Ja, dann ist deine Frau gut aufgehoben, Henrik! Dann können wir ja ebensogern gleich umwenden.«


Draußen auf dem Prahm herrschte gerade keine so große Freude, wie die Gräfin Märta geglaubt hatte. Solange die gelbe Kalesche sichtbar war, saß die eingeschüchterte junge Frau zusammengekauert auf der Schiffslast, ohne sich zu rühren oder ein Wort zu sagen. Sie starrte nur ins Wasser hinab.

Wahrscheinlich erkannte sie die Kavaliere erst, als sie die gelbe Kalesche umwenden sah. Sie sprang auf. Es war, als wolle sie von neuem fliehen, sie wurde aber von dem Zunächststehenden angehalten und sank dann mit leisen Klagen wieder auf die Last nieder.

Und die Kavaliere wagten nicht, mit ihr zu reden oder ihr Fragen zu stellen. Sie sah aus, als stehe sie am Rande des Wahnsinns.

Da begann das Gefühl der Verantwortung die sorglosen Köpfe zu belasten. Schon allein dies Eisen war eine schwere Bürde für ungewohnte Schultern, und jetzt sollten sie noch obendrein die Sorge für eine junge Dame von edler Geburt übernehmen, die ihrem Gatten entflohen war.