auch das Wagnis gelingen sollen, wenn sie mit bekümmerten Gesichtern und mutlosen Herzen darangegangen wären?

Wenn es wirklich wahr ist, was das Gerücht erzählt, daß die Kavaliere mehr Sand als Eisen auf den Prähmen hatten, wenn es wahr ist, daß sie unablässig dieselben Stangen zu und von der Wage trugen, bis die vielen hundert Zentner gewogen waren – wenn es wahr ist, daß dies alles vor sich gehen konnte, weil der Wagemeister und seine Leute so gut aus den Proviantkörben und Flaschen traktiert wurden, die die Kavaliere aus Ekeby mitgebracht hatten – so kann man sehr wohl verstehen, daß es auf den Eisenprähmen munter hergehen mußte.

Wer kann das alles jetzt wissen? Aber wenn das wirklich der Fall war, so ist es ganz sicher, daß Gösta Berling keine Zeit hatte zu trauern. Doch fühlte er nichts von der Freude des Abenteuers und der Gefahr. Sobald er frei war, brach er verzweifelt zusammen.

»O Ekeby! du Land meiner Sehnsucht!« rief er sich selber zu, »möge deine Ehre strahlen.«

Sobald die Kavaliere die Quittung von dem Wagemeister erhalten hatten, beluden sie eine Wenernschute mit ihrem Eisen. Gewöhnlich führten Schiffer vom Fach das Eisen nach Göteborg, und die Verkäufer aus Wermland bekümmerten sich in der Regel nicht mehr um ihre Ware, sobald sie die Quittung des Wagemeisters erhalten hatten, die die richtige Ablieferung bestätigte. Aber die Kavaliere wollten ihre Sache nicht halb machen; sie wollten das Eisen bis nach Göteborg bringen.

Auf dem Wege dahin wurden sie von einem Unglück

betroffen. In der Nacht brach ein Sturm los, die Schute trieb steuerlos umher, stieß auf ein Riff und versank mit der ganzen kostbaren Ladung. Waldhorn und Kartenspiele und alle die leeren Flaschen ertranken. Aber wenn man die Sache bei Licht besah, was machte es da, daß das Eisen verloren war? Ekebys Ehre war doch gerettet. Das Eisen war auf der Wage am Kannikenäs gewogen. Und selbst wenn der Major sich hinsetzen und an die Kaufleute in Göteborg schreiben mußte, daß, sintemal sie sein Eisen nicht bekommen hätten, er auch ihr Geld nicht haben wollte – so machte das doch nicht viel aus. Ekeby war so reich, und seine Ehre war gerettet.

Aber wenn nun Häfen und Schleusen und Gruben und Meiler und Schuten und Prähme anfangen, wunderliche Dinge zu flüstern? Wenn es wie ein dumpfes Sausen durch die Wälder geht, daß die ganze Fahrt ein Betrug war, wenn man in ganz Wermland behauptet, daß nur ein paar elende Zentner die ganze Schiffsladung ausgemacht hatten, daß der Schiffbruch mit Vorbedacht in Szene gesetzt sei? – Da ist eine kühne Tat vollführt worden, ein echter Kavalierstreich. So etwas schadet der Ehre des Gutes nicht!

Aber das ist nun schon so lange her. Es mag ja gern sein, daß die Kavaliere anderwärts Eisen gekauft, oder daß sie etwas auf den Speichern gefunden haben, wovon sie vorher nichts wußten. In solchen Dingen kommt man der Wahrheit niemals auf den Grund. Der Wagemeister wollte jedenfalls nichts davon hören, daß ein Betrug möglich sei, und er mußte es ja wissen.

Als die Kavaliere nach Hause kamen, erfuhren sie eine große Neuigkeit: Graf Dohnas Ehe sollte aufgelöst