Sie sind an Gebete und frommen Gesang gewöhnt. Sie schwiegen und fanden sich in alles, solange sie glaubten, daß es zu Gottes Ehre geschähe. Aber das war nicht der Fall. Hier sitzt Graf Dohna, umgeben von Ruhm und Ehren, oben im Chor und will in Gottes Haus angebetet und gepriesen werden. Das können sie nicht zugeben. Deswegen sind sie aus ihrem feuchten Grab heraufgestiegen und kommen in die Kirche gewandert, und die ganze Gemeinde erkennt sie wieder. Dort geht St. Olaf mit der Krone über dem Helm und St. Erich mit den goldenen Blumen auf dem Mantel und der graue St. Jürgen und St. Kristoffer. Mehr sind es nicht; die Königin von Saba und Judith sind nicht mitgekommen.

Als aber die Leute sich ein wenig von ihrem Staunen erholt haben, geht ein hörbares Flüstern durch die Kirche: »Die Kavaliere!«

Freilich sind es die Kavaliere. Und sie gehen, ohne ein Wort zu sagen, direkt auf den Grafen zu, heben

seinen Stuhl auf ihre Schultern, tragen ihn zur Kirche hinaus und setzen ihn auf dem Kirchenhügel nieder.

Sie sagen nichts und schauen weder nach rechts noch nach links. Sie tragen ganz einfach Graf Dohna aus dem Gotteshause heraus, und als das geschehen ist, gehen sie wieder, den nächsten Weg nach dem See einschlagend. Niemand hielt sie auf und niemand gab sich damit ab, über ihre Absicht nachzugrübeln – die lag klar auf der Hand. »Wir Kavaliere von Ekeby haben unsere eigene Ansicht. Graf Dohna verdient es nicht, im Gotteshause gepriesen zu werden, deshalb tragen wir ihn hinaus. Jetzt mag ihn hereinholen, wer da will.«

Aber er wurde nicht wieder hereingeholt. Die Lobrede des Pfarrers wurde niemals gehalten. Die Gemeinde strömte zur Kirche hinaus. Da war niemand, der nicht gefunden hätte, daß die Kavaliere richtig gehandelt hatten.

Sie dachten an die fröhliche junge Gräfin, die sie auf Borg so grausam gequält hatten. Sie dachten an sie, die so gut gegen die Armen gewesen, die so schön zu schauen war, daß es schon einen Trost gewährte, sie nur anzusehen.

Wohl war es sündhaft, in einem solchen Aufzug in die Kirche zu kommen, aber sowohl der Pfarrer als auch die Gemeinde fühlten, daß sie im Begriff gestanden hatten, noch ärgeren Spott mit dem lieben Gott zu treiben. Und sie standen den verwilderten alten Tollköpfen gegenüber ganz beschämt da.

»Wenn die Menschen schweigen, müssen die Steine reden«, sagten sie.

Aber nach jenem Tage konnte Graf Henrik es gar nicht mehr auf Borg aushalten. In einer finsteren Nacht zu